Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
435
Einzelbild herunterladen
 

/

Zweyter Abschnitt. 455

km die Verlorne Gesundheit wieder gab! Jesus Chri-stus hatte seine göttliche Sendung zum Mittleramtedurch Wunder erwiesen; es war der Weisheit Gottesnicht unanständig, die Sendung der Apostel, welcheeben so vielen Zweifeln unterworfen seyn konnte, alsdie Sendung Jesu Christi , durch die ihnen mitge-theilte Kraft, Wunder zu thun, außer Streit zusetzen und zu verherrlichen.

Gott hatte, wie wir aus dem Erfolge sehen, dieAbsicht, in wenig Jahrhunderten seinen Namen vomAufgange bis zum Niedergange herrlich zu machen.Man mag entweder die innere Beschaffenheit der gött-lichen Offenbarung, oder die damalige Beschaffenheitdes menschlichen Geschlechtes erwägen: so warenaußer der göttlichen Kraft des geoffenbarten Wortesdie Wunder zur Ausführung dieser Absicht die bequem-sten und kräftigsten Mittel. Der Mensch kann, auchohne außerordentliche Wunder durch Gründe undSchlüsse erst zu einem menschlichen Beyfalle, unddurch die mächtige Gnade des heiligen Geistes auchzur göttlichen Ueberzeugung von der Wahrheit derchristlichen Religion kommen. Denn auf keine andreWeise geht es in unsern Zeiten mit der Bekehrung derUngläubigen zu. Allein, wenn der Glaube auf die-sem Wege in die menschlichen Herzen dringen soll, wieviele Irrthümer müssen widerlegt, wie viele Vorur-theile müssen ausgerottet werden! Wie langwierig istdiese Arbeit! wie weit der Weg der Untersuchung!Nun erwäge man den großen Verfall des menschlichenVerstandes zu den Zeiten, da die christliche Religionausgebreitet werden sollte. Nicht allein der großeHaufe, sondern auch die, so durch ihre natürlichenFähigkeiten, durch ihre Wissenschaft, Gelehrsamkeit

Ee - und