Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
437
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Zweyter Abschnitt. 457

Wunders wegen der Lehre, die der Wunderthätervorträgt, einen freyen Zutritt in sein Herz verstattet,und sie eher annimmt und glaubt: so glaubt er nochimmer ungezwungen, und als ein srener Mensch, weiles in seiner Gewalt sieht, sich zu verharten, wie sol-ches ein Celsus, Porphyr und Julian gethan; die dieWunder, welche zur Bestätigung der christlichen Re-ligion geschehen sind, zugestanden, und ihre Lehrenselbst doch nicht geglaubet haben.

Wiewohl dieses nur die vornehmsten Ursachensind, warum den Aposteln und den ersten Christen dieWundergaben verliehen worden sind : so lassen sich dochauch noch andere Endzwecke ihrer Mittheilung denken.Sie bieneten denen, die sie besaßen, zur Aufmunte-rung, das Werk des Herrn mit Ernst zu treiben, undsich einer so großen Gnade durch die Vcrabsäumngihrer Pflicht nicht unwürdig zu machen. Sie warenauch für diejmigen, welche sie nicht besaßen, ob siegleich den christlichen Glaub?» schon angenommenhatt« n, nicht ohne Nußcn. Dcnn sie stärksten sie imGlauben; sie entzünd'ten ihren Eifer gegen Gott ;sie unterstützeren ihre Hoffnung; sienahreten ihre Ge-duld we?l sie sahen, daß Gott mit den Christen war.

Die Geschichte der Apostel lehret uns, daß dieselbendie Wundergaben zur Erhaltung derjenigen Endzwe-cke gebraucheten, um welcher willen sie ihnen mitge-theilet worden waren. Sie gaben auch Vorschriften,wie die Christen die außerordentlichen Gaben, welchesie vom heiligen Geiste empfingen, zur Ausbreitungder Ehre Jesu Christi und zur Verherrlichung desgöttlichen Namens anwenden sollten. Sie brauchtendiese Gaben niemals aus Eitelkeit, sich, und nichtder Religion, ein Ansehen damit zu erwerben. Sie

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