4?8 Geschichte der christlichen Religion.
hatten dieses von ihrem Meister gelernet, der niemalsWunder that, in der Absicht sich sehen zu lassen, oderbloß die Neubegierde des Volks zu befriedigen.
Der göttlichen Vorsehung hat es gefallen, so we-nig alle Wunder der Apostel aufzeichnen zu lassen, sowenig uns alle wunderthäcige Handlungen JesuChristi bekannt gemacht worden sind. Man darfsich nicht darüber verwundern. Wenn die erzähltenWunder einen Menschen nicht zum Glauben bewegenkönnen : so sind mehr Wunder eben so unfähig dazu.Fürsten und Gesandte können dafür erkannt werden,wenn sie nur einige Handlunqen vornehmen, die sie'nicht vornehmen dürften, wenn sie diese Würde nichtbesäßen. Es kömmt darauf an, ob wir eilte morali-sche Gewißheit haben, daß sie dasjenige alles wirklichgechan haben, was von ihnen erzählet wird. Wieungereimt würde also der nicht seyn, welcher vorgäbe,daß er nicht glauben könnte, weil er nicht alles wüßte,was Jesus und seine Jünger geredet und gethanhatten! Die Jüden und die Heiden schreiben dieWunder unsers Erlösers und seiner Apostel wohl derZauberey zu ; allein sie leugnen sie nicht. Die Wun-der Jesu Christi erweisen die Wunder der Apostel,wie diese die Wunder des Welrheilandes beweisen.Wenn der Gesandte eines Herrn Wunder thut, undsich rühmet, diese Kraft von ihm empfangen zu ha-ben : was ist natürlicher, als der Schluß, daß der,der ihn gesandt hat, Gott seyn müsse ? Und wenn esgewiß ist, daß Jesus ein Wunderthater gewesen ist:so kann seine Weissagung und seine Verheißung, daßseine Jünger Wunder thun sollten, unmöglich falsch
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