442 Geschichte der christlichen Religion.
wo sich der Todte befände, sein Geist zurückgebrachtund der Vorbitte der Heiligen wiedergegeben wordenwäre. Er bezeuget auch, daß Gort zu seinen Zeitenden Christen die Gabe fremde Sprachen zu reden,noch nicht entzogen hätte. Wir hören von verschie-denen in der Gemeine, sagt er, Daß sie mit propheti-schen Gaben versehen worden sind, daß sie mit aller-ley Zungen geredet, das Verborgenste der Menschenentdeckt, und die Geheimnisse Gottes aufgeschlossenhaben.
Noch ein Zeuge aus diesen Zeiten ist Theophilus,/.-/. antiochenischer Bischof, und ein Zeitgenosse des Jre-»»/,</?. gab dazumal unter den Heiden falsche
Propheten, welche von den Teufeln besessen wurden.Dieser Bischof versichert, daß sie noch heut zu Tagevon solchen Geistern befreyet würden, und daß diesel-ben bekennen müßten, daß sie diese falsche Prophetenbesessen hätten.
Man weiß, daß sich Monranus, der Stifterder montanistischen Secte, und viele von seinen An-hängern und Anhängerinnen gerühmet haben, dieWundergabe der Gesichter und Prophezeiungen zu be-sitzen. Wenn die göttlichen Wundergaben in der Kir-che aufgehöret hatten: so ist es wahrscheinlich, daß diedamaligen christlichen Lehrer eine hier so wichtige hi-storische Wahrheit wider diese Irrgläubigen gebrauchthaben würden. War es eine ausgemachte Sache,daß nach dem Tode der Apostel alle Arten der Wun-dergaben aufgehöret hatten: so war eben dadurch er-wiesen , daß diese Irrgläubigen falsche Prophetenwären. Allein die Rechtgläubigen räumten ein, daßes in der Kirche Wundergaben gäbe; sie leugnetennur, daß die Montanisten sich derselben mit Recht
ruh-