Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
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444
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444 Geschichte der christlichen Religion.

Leben nehmen. In was für eine Gefahr setzte erdenn die Christen, wenn die Kraft Wunder zu thun,die Kirche mit dem Tode der Apostel verlassen hätte ?

Die Zeugnisse des Origenes sind noch ausdrücklicher,jd umständlicher als Cerrullmns Zeugniß. Ori-^o»^' e?e//? redet im ersten Buche von dem Beweise derKraft,/.°"^?«//. durch welche die christliche Religion bekräftiget worden/.z.sen. Er versteht darunter die Wunder, welche zurBestätigung ihrer göttlichen Lehren geschehen sind.Daß alles, sagt er, was von diesen Wundern erzäh-let wird , wahr sey , ist so wohl aus vielen andernGründen, als ins besondere daraus gewiß , daß dieKraft, Wunder zu thun, von denen noch nicht gewi-chen ist , die ihren Wandel nach der Vorschrift derLehre Christi führen. In eben diesem Buche sageter: man sieht unter den Christen noch die Fußstapfendes Geistes, der ehedem in der Gestalt einer Taubehcrabgefahren ist. Sie verjagen die Teufel. Sievertreiben Krankheiten. Sie sehen künftige Dingevorher, wenn es dem Worte gefällt, ihren Geist zuerleuchten. Celsus und sein Jude mögen so sehr spot-ten, als sie wollen: so muß ich es doch sagen, daßviele wider ihren Willen zum christlichen Glauben ge-treten sind, weil eine gewisse göttliche Kraft, sie miteinmal, entweder im Traume, oder in einem Gesichte,so lebendig gerühret und so gewaltig verändert hat,daß sie nicht nur allen Haß gegen denselben fahrenlassen, sondern ihn auch bis zum Tode behaupten wol-len. Im zweyten Buche sagt er, daß die Wunderdie Jüden ihrer Verstockung wegen verlassen hätten.Sie wissen von keinen Wundern, saget er. Unterden Christen hingegen haben die Wunder noch nichtaufgeboret; ja es geschehen zuweiten noch größere

Wun-