Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
Seite
448
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448 Geschichte der christlichen Religion.

der Apostel aussagen, Augenzeugen sind, sich auf an-dere auch noch lebende Augenzeugen berufen, und selbstihre Feinde auffodern, daß sie das Gegentheil bewei-sen sollten, wofern sie nicht die Wahrheit redeten.Die christliche Religion hatte so viele andere unübe>-windliche Beweise, und ihre Schuhredner waren,wie uns auch nur eine schwache Kenntnis; ihrer hinter-lassenen Schriften davon überführen kann, so wohlmit diesen Beweisen bekannt, daß sie gewiß sehr thö-richt gewesen seyn müßten, wenn sie sich auf Wunderberufen hatten , die nicht geschahen. Da sie denHaß der Hi-iden wi'er die Christen kannten: mußtensie denn in diesem Falle nichr befürchten, daß sie wür-den schamroth werden müssen, wenn sie wider dieWahrheit auf eine so unverschämte Weise redeten?Was ist glaublicher, a^s daß die Heiden, welche sobegierig alle Gelegenheit ergriffen , die Ausbreitungder christlichen Religion zu verhindern, die Ausfode-rung eines Tercullians angenommen , die Christenzu schänden gemacht, und also einen scheinbaren Vor-wand ihrer Verfolgungen gcsuchet haben würde»,wenn nicht noch öfters Wunder unter den Christengeschehen wären, deren Kenntniß sie abhalten mußte,denen, wider welche sie wütheten, noch mehr Anlaßzur Bestätigung ihrer Lehren zu geben?

Wenn man diese Zeugen mit ihren Aussagen nichthören will: so muß man entweder durch historischeBeweise, durch gewisse und unleugbare Facta dar-thun , daß sie Betrüger gewesen sind, lind wer kanndas von einem Justin, dem Märtyrer, einem Jre-näuö, und einem Origenes beweisen? oder man mußdarthun, daß sie keine Sinne gehabt, oder ihre Sin-ne öfters haben betrügen lassen. Die Aufmunterung

eines