472 Geschichte der christlichen Religion.
Sie scheint auch nicht lange gedauert zu haben, undnicht allgemein geworden zu seyn. Der Haß der Hei-den übte zwar von Zeit zu Zeit viele Gewaltthätigkei-ten gegen die Christen aus. Die letzte große Haupt-^.z^/^^Verfolgung aber, erhob sich unter der Regierung des'^i^ie^N/ Diocletianus , welche nicht allein ihrer Heftigkeit,/ sondern auch ihrer Dauer wegen die schrecklichste un-ter allen Verfolgungen gewesen zu seyn scheint. Dennsie währete zehen ganzer Jahre. Die Anzahl derMärtyrer in dieser Verfolgung ist so groß, daß wiruns in dieser Betrachtung nur mit einer allgemeinenAbbildung derselben begnügen lassen müssen. Denn- man rechnet, daß in den ersten Monate-, derselbenfunfzehen bis siebenzehen tausend Christen unigebrachtworden sind.
Diocletian war im Anfange seiner Regierung den^7--»,^/. Christen nicht ungeneigt; allein der Haß der heidni-^5.?.,./,./. schen Opferpriester, welche die Orakel wider die Ge-rechten, oder die Christen, reden ließen, und in denOpfern, nicht die gewöhnlichen Deutungen der Zu-kunft finden wollten, den Kaiser wider sie aufzubrin-gen ; die Rathschläge eines Hierocles, welcher dieChristen nicht allein drücket?, sondern auch wider sieschrieb; Galerius , der dem schon verwundeten Ge-müthe des Diocletianus immer heftiger und heftigerzusetzte, dasselbe wider die Kirche zu empöret^ brach-ten ihn endlich zum Entschlüsse, das Christenthum zuvertilgen. Der Anfang der allgemeinen Verfolgung,wurde mit der Niederreißung einer christlichen Kirchezu Nicomedien gemacht, wo sich damals der Kaiseraufhielt. Den Tag darauf wurde ein Befehl ange-schlagen, durch welchen die Christen aller Ehrenstel-len , aller bürgerlichen Vorrechte und selbst alles Schu-tzes