Teil eines Werkes 
Theil 2 (1752) Jacob Benignus Bossuet, Bischofs von Meaux, Einleitung in die Geschichte der Welt, und der Religion / fortgesetzet von Johann Andreas Cramern, Hochfürstl. Oberhofpredigern in Quedlinburg
Entstehung
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552 Geschichte der christlichen Religion.

^»/-?«. zu essen. Man zog ihnen weiße Kleider an; einee/>. sF. Gewohnheit, welche sie an die Nothwendigkeit einesheiligen und unschuldigen Wandels erinnern sollte.Man gab so wohl den Erwachsenen, als den Kindern,zum Zeichen, daß sie nunmehr zur Kirche gehbreten,den unter den ersten Christen üblichen Kuß des Frie-dens. Dieses waren die bekanntesten Gebrauche beyder Taufe im dritten Jahrhunderte. Die nachfol-genden Zeiten waren in der Erfindung neuer Ceremo-nien noch sinnreicher.

Vielleicht gab es schon im dritten Jahrhundertebesondere Exorcisten, welche die Catechumenen vorder Taufe erst beschwören und den Teufel von ihnen^«M /. <?. austreiben mußten. Denn der römische Bischof Cor-c.4z,e.K-?5-xljlls gedenkt derselben in seinem Briefe an den Bi-'^^-s6)of von Antiochia, Fabius, wie auch Cyprian .^^.^. Zum wenigsten fing man , von den neuern platoni-schen Philosophen verführet, schon an , diesem feind-seligen Geiste einen gewissen Einfluß in die menschli-chen Leiber zuzuschreiben, durch welchen sie zu Wer-ken des Fleisches und der Sünde angetrieben werdensollten.

Diejenigen nun, welche getauft waren, hatten dasRecht, an allen gottesdienstlichen Handlungen derChristen Antheil zu nehmen. Ihr Gottesdienst warin den ersten Zeiten ganz einfach und ungekünstelt.Die wesentlichen Stücke desselben waren das Lesen desgöttlichen Wortes, das Gebeth, und die Haltung desAbendmahls. Dieses erhellet aus den ältesten Zeug-/>/,'», /. ,o. nissen von dem Gottesdienste der Christen, plinius,ein Heide, beschreibt ihn also: die Christen gestehen,daß sie, nach ihrer Gewohnheit, an einem festgesetztenTage, früh vor dem Aufgange der Sonne, sich ver-

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