554 Geschichte der christlichen Religion.
den von den Anwesenden von dem Brodte, über wel-ches die Danksagung gehalten worden, und von demWeine und Wasser; ja sie bringen auch den Abwe-senden davon. Diese Speise wird bey uns eine Eu-cHaristie genannt, weil niemand zum Genusse dersel-ben zugelassen wird, als der nur, der da glaubet, daß un-sere Lehre wahr sey, und der nur, der mit Wasserzur Vergebung der Sünde und zur Wiedergeburt ge-tauft worden ist, und sein Leben nach den BefehlenJesu Christi einrichtet. - - Die Vermögenden unteruns helfen allen Armen auf., - - Am Sonntage kom-men wir alle von dem Lande und aus den Städten,wo wir uns aufhalten, an einem gewissen Orte zusam-men, und lesen daselbst die Schriften der Prophetenund Apostel, wie es die Zeit mit sich bringt. - DieReichern schenken nach ihrem Willen und Gefallen,und das gesammlete wird bey dem Vorsteher verwahr-lich niedergeleget. Dieser hilft damit den Waisenund Witwen, den Kranken, den Armen und Gefan-genen; mit einem Worte, er muß für alle Dürftige
7e,^//. sorgen. Mit diesem Zeugnisse stimmet Terrullmnüberein, welcher den Inhalt der gottesdienstlichen Ge-
o)-?, 'c"" der Christen naher bestimmet, wenn er saget:wir bethen für die Kaiser, ihre Rathe und Gewalri-
/>, ,4-. gen, für den Zustand der Welt, und für die allgc-meine Ruhe und die Saumniß des Endes. Zugleichbeschreibt er nicht allein die Agapen oder die Liebes-mahle der Christen umständlicher, wiewohl er nichtso offenbar von dem Abendmahle, als Justin derMarcnrer, redet, sondern er redet auch von den Er-mahnungen , welche die Lehrer nach dem verlesenengöttlichen Worte an die Gemeine zu richten pflegeten.
Wenn