Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
341
Einzelbild herunterladen
 

i.Kap. 5. Pronomen. §.641. ,341

einige und jeder vertragen diese Verbindung mitPronominibus nicht, sondern erfordern von: jcdcrvon uns, keiner von euch, mancher von oderunter uns. Unser einer, d. i. eine Person meinessder unsers gleichen, ist niedrig, weil einer hier wi-der die Analogie derHochdeutschenMundart ein un-bestimmtes, persönliches Pronomen vorstellen muß.S. Th. 1. §. Z46.

§. 641. Das Reciprocum sich wird gebraucht, Von demso oft das Subject und der Gegenstand des Verbi Reciprocoeine und eben dieselbe Person sind, oder wenn dasVerbum auf das Subject zurück wirkt: er bildetsich ein, nicht ihm; sie nahmen es sich, nichtihnen; er nahm sich zwar nichts, behielt sichaber doch etwas zurüc'c. Werden aber beyde,als verschiedene Personen vorstellig gemacht, so ste-het Statt desselben das persönliche Pronomen: ernahm sich nichts, sondern bath, daß man esihm geben sollte, wo zwar beyde freylich anch nureine und eben dieselbe Person sind, aber doch in derRede als verschieden vorstellig gemacht werden. Soauch, er that es mit der ihm eigenen Herablas-sung, eigentlich, mit der Herablassung, welche ihmeigen ist. Im Oberdeutschen gebraucht man dafürgern die persönlichen Pronomina der dritten Person:er bildet ihm viel ein, sie bildeten ihnen etwasein. Wenn aber der Verstand der Rede zwey Ne-ciproca erfordern sollte, d. i. wenn das Subject, derGegenstand der Sache und der Gegeilstand der Per-son nur ein und eben dasselbe Ding sind, so wirdum des Wohllautes willen Statt des letzten sichein persönliches Pronomen gesetzt: er gibt sich ihmselbst wieder, für er gibt sich sich selbst wieder.

Wenn einander für sich gesetzet werden kann,ist bereits §. 446 gezeiget worden.

V z §.642,