Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
389
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i. Kap. 6. Verbum. §. 635.696. 389

lviederhohlet, so bleibt der Modus, welchen dieseWorte erfordern: er sagte, nein, ich thue esnicht. Indessen kann auch in der relativen Art derIndicativ Statt finden, so bald man zugleich seinevder des Sprechenden Überzeugung von der Wahr-heit des Anspruches mit bemerken will: sage ihm,daß er ein Thor ist; ihr habt ja immer gesagt,daß er ein ehrlicher Mann ist.

§. 685. Das Verbum wissen schließt eigentlich Von Kmallen Zweifel aus; es erfordert daher auch in allen Verb»Fällen, wo die gewußte Sache nicht ausdrücklich alsungewiß bezeichnet werden soll, den Indicativ: ichweiß, daß er da ist; weißt du, daß er da ist!Es ist daher ein Fehler, wenn es bey Gellerten heißt:ich dächte, ihr Vormund sollte am bestenwissen, wie hoch sich ihr Vermögen belöffe,für belauft; nun, man sollte denken, ein fünf-zigjähriger Mann sollte wohl wissen, was einGlück wäre, für ist; er geht, ich weiß für-wahr nicht, was die Ursach sey, für ist. In-dessen können auch Fälle kommen, wo die gewußteSache nicht mit solcher Gewißheit prädicieret wird,besonders in den zusammen gesetzten Zeiten des Ver- .bi wissen: ich wußte es lange, daß er kom- -men würde; ich möchte doch wissen, was ermir zu sagen hätte, wo aber doch hat besser ist,weil sich die Ungewißheit nicht bis auf den letztenSaß erstreckt.

- §. 686. Eben so fehlerhaft ist es, wenn man Fehlerhaf-um eines oder mehrerer in einem Satze vorkommen- ter Ge-ber Conjunctiven willen, auch den Saß, welcher mit ^"ch desGewißheit prädicieret werden soll, oder auf welchensich die Ungewißheit wenigstens nicht erstrecket, in denConjunctiv setzet, welcher Fehler in Obersachfen sehr

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