Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
391
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i.Kap. 6. Verbum. §.688.639. M

wisses zukünftiges bedeutet. Eigentlich sollte dasPräsens Conjunctiv! von einer gegenwärtigen unge-wissen Sache gebraucht werden: er behauptete, ersey es nicht; er leugnete, daß er es habe.Das Jmperfect aber von einer noch nicht geschehe-nen ungewissen, ohne sie doch eben als künftig zu be-zeichnen: ich bath, daß er kommen möchte;und scheute sie uns nicht, sie gäb' ihm selbstden Thron, Weiße. Indessen werden beyde Tem-pora im Hochdeutschen sehr häufig für einander ge-braucht, besonders, wenn das eine Mißdeutung ver-ursacht, oder der Modus an demselben nicht kennt-lich genug ist. Man sagt ganz richtig, es hieß,er habe es, aber nicht, sie haben es, sondern siehätten es, weil sie haben auch für den Indicativgenommen werden könnte. In Obersachsen ist essehr gewöhnlich, an Statt des Präsentis Conjunctiv»des Verbi seyn, das Jmperfect zu setzen: man haemich versichert, daß er ein gelehrter Mannwäre, besser sey. Der Plural des Präsentis ist imHochdeutschen noch seltener, und wird fast durchgän-gig durch das Jmperfect ersetzt: man sagte, daßsie unschuldig wären. Der Fehler mancher Ober-sachftn, den Conjunctiv des Imperfectes an Stattdes Präsentis des Indicatives zu setzen: wenn siewüßte, daß wir von ihrer Andacht sprächen.Gell, für sprechen, gehöret eigentlich zu dem §.üz6bemerkten Fehler.

§. 689. Das Perfcctum des Conjunctives be- 'Perfectum,zeichnet eine geschehene Sache als ungewiß: man Plus^uam-beschuldigte ihn, daß er sich nicht die gehöri- pI^mge Zeit genommen habe. Das Plusquamperftcthingegen deutet an, daß etwas geschehen wäre, wenneine andere mögliche Bedingung wäre erfüllet wor-den: er wäre ein berühmter Mann geworden,

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