Z96 i. Th. 4.Abschn. Syntax.
schief oder überzwerch heraus kommt, so schmähetman auf die Sprache.
Erlaubte §. 69?. Indessen können die Hülfswörter ha<-Wegl«s- den und seyn, doch nur, wenn sie hinten stehen soll-^"6. ten, und die Deutlichkeit nicht zu sehr leidet, um derkernhaften Kürze willen, in der höhern und dichteri-schen Schreibart weggelassen werden: ihr alle, dieihr die Unbequemlichkeiten des 5Vinters ge-tragen, und euch in eure lVohnung verschlos-sen gesehen, vergesst nun die Unlust der rau-hen Monathe; wo zwey Mahl habt ausgelassenworden.
Der Zwierrachtsgei'st der Brieten,
Der »och den Schimpf empfand, daß Schottland ihn
bestricken, Weiße.Die seines Lebens Gift, ihm stets ei» Fluch gewesen,
eben ders.
Doch was geschehn, ersetzt jeyr Leine Reue wieder,
eben ders.
Ich, der an sie zulerzc den Rönig selbst verrathen.So sehr sei» Mißgeschick und Freunde für ihn bathen,
eben ders.
In der gewöhnlichen Schreibart macht dieseWeglassung allemahl eine Härte, weil nicht Kürze,sondern die höchste mögliche Verständlichkeit ihrGrundgesetz ist. Am wenigsten ist sie erlaubt, wenndas Participium zweydeutig ist: er trauet denen,rvelche ihn verrathen, wo es für das Präsensgenommen werden könnte. In vielen Provinzensucht man etwas darin, die jetzt gedachten Hülfswör-ter, wenn sie hinten stehen sollten, fast allemahl weg-zulassen, und glaubt, man schreibe sehr körnig; al-lein einem Hochdeutschen Ohre von nur einigem Ge-fühle ist solches, den Fall der höhern Schreibart aus-genommen, unerträglich, weil die Kürze kein Vor-zug seyn kann, so bald sie Verstümmelung wird.