Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
398
Einzelbild herunterladen
 

59Z i. TH. 4.Abschn. Syntax

sie dadurch zugleich in den Stand geseht worden,'mehrere Zntverhaltnisse auszudrucken, a^ selbst an-dere Sprachen auf eine so bestimmte Ar^ durch dieConjugation bezeichnen können; z. B. ich würdeihn lobrn,wenn er es verdienere; ich würde esgethan haben, wenn es möglich gewesen wä-re; er würde geehret werden, wenn u. s. f.Es ist nur die Frage, ob man dergleichen Formen,so bald sie üblich sind, mit in die Demsche Conjuga-tion aufnehmen müsse oder nicht. Ich glaube daserste; denn wenn man einmahl die Umschreibung derZeit durch Hülfswörter mit zur Conjugation rechnet,wie man denn doch nicht wohl Umgang nehmen kann,so muß man auch alle Zeitverhältuijse angeben, wel-che sich auf diese Art ausdrucken lassen. Die latei-nische Sprache kann hier nicht weiter zur Regel die-sen, theils weil keine Sprache der andern Gesetzevorschreiben kann, theils auch, weil ihre Conjugationauf ganz andern Grundsätzen beruhet, als die Deut-sche. Manche Sprachlehrer haben solches auch wirk-lich gethan, z.B. Herr Aichinger, welcher imConjunctiv ein Futurum Imperfectum, ich wür-de lieben, und ein Futurum Plusquampsrfectum,ich würde geliebt haben, folglich zustimmen vierFutura hat. Ich habe es bey zweyen bewenden las-sen, um den Vorwurf der Erschwerung der Conju-gation zu vermeiden, würde aber bey einer neuenBearbeitung der Sprachlehre kein Bedenken tragen,diese und vielleicht noch einige andere Tempora auf-zunehmen , so bald sie in der Sprache gegründet sind.

Daraus folget aber nicht, daß man nun auchdie von manchen Sprachlehrern irrig als Hülft-wör«ter angegebene Verba sollen, wollen, mögen,müssen u, f. f. mit zur Deutschen Conjugation zie-

hen