Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
412
Einzelbild herunterladen
 

'412 !.Tl). 4. Abschn. Syntax.

brauch des ven, einen Gegenstand, eine Absicht u. s. f. zu be-Infinitives zeichnen; theils nach den relativen Adverbiiö, theils«üt z». ^hx^ ^uch dem Umstandsworts ohne; davon

im Folgenden. Hingegen wird derselbe unrichtig

gebraucht:

1. Wenn der Infinitiv das Subject der Redeist: berühmt werden ist keine Runst; Goredienen ist die erste Pflicht. Außer wenn dieRede umgekehret wird, in welchem Falle die Bedeu.tung des Gegenstandes eintritt: es ist keine V.unstberühmt zu werden; die erste Pflicht ist,Gott zu dienen.

2. Nach denjenigen VerbiS, welche einen blo-ßen Infinitiv ohne zu erfordern: jemanden lachen

, machen; er thut nichts als spielen.

z. Wo das Eigenthümliche der DeutschenSprache und die ihr wesentliche Deutlichkeit die Um-schreibung mit daß erfordert. Die FranzösischeSprache macht von dem fo genannten Gerundiv ei-nen weit größern Gebrauch, als die Deutsche , undungeschickte Übersetzer und Schriftsteller pflegen den-selben sehr häufig in die letztere überzutragen, wer-ben aber dadurch dunkel, hart nnd undeutsch: erglaubte es entschieden zu seyn; der Staatscheinet sich einen allgemeinen !77uyen davonVersprechen zu können; er versicherte dießnicht thun zu dürfen; ich habe es thun zumüssen eingesehen u. f. f. wo die Rede überallmit daß aufgelöset werden muß, wenn sie deutsch seyn soll.

4. Der pleonastische und tavtologische Gebrauchdieses Infinitives: so schlecht, als ich es zu seynvermuthen mußte; man hätte es kürzer zuseyn gewünscht, iess. für man hätte es kürzer

gewünscht;