Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
421
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r.Kap. 8» Verbum u. Subst. §.711. 421

z. Mit manchen Beschaffenheitswörtern, deren re-lative Bedeutung auf eben dieselbe Art erkläret wer-den muß , S. §. 742. Und 4. mit verschiedenenVerdis, gewisse Verhältnisse zu bezeichnen, in welcheein selbständiges Ding durch das Verbum gesehetwird, und mit diesem Gebrauche haben wir es jetzthier eigentlich zu thun.

§. 7". In dieser Rücksicht nun war der Ge- Alter Ge.brauch des Genitives im Deutschen ehedem von einem »itiv mitsehr weiten Umfange, lind es scheinet, daß dieser Ca- V^bis.sus alle Verhältnisse ausdrücken müssen, welche manzwar lebhaft, aber zugleich sehr dunkel empfand,und doch fühlte, daß sie nicht Verhältnisse waren,welche durch den Dativ oder Accusativ bezeichnetwerden konnten. Vielleicht hatte auch der Vorgangder Lateinischen Sprache, welche von diesem Casueinen eben so weitläufigen und schwankenden Gc-brauch macht, Einfluß auf die Deutsche . Doch demsey wie ihm wolle, genug der Genitiv ward mit Ver-dis ehedem sehr häufig gebraucht, wie man sich leichtüberzeugen kann, wenn man Deutsche vor dem sech-zehenten Jahrhunderte geschriebene Schriften liefet.Als sich die. Deutsche Sprache in der HochdeutschenMundart mehr auszubilden anfing, als man durchdie Cultur in Obersachsen selbst in Ansehung derSprache mehr klare Begriffe bekam, und selbigenmit mehrerm Bewußtseyn folgte, so suchte manviele solcher Verhältnisse, auf eins bestimmtere Artauszudrucken, und wählte dazu die Präpositionen,welche eigentlich um solcher Verhältnisse willen dasind, welche die Biegung nicht deutlich genug bezeich-nen kann. Die Oberdeutsche Mundart hingegen,welche in der Cultur zurück geblieben ist, hat nochvieles von diesem alten schwankenden Gebrauche desGenitives mit Verdis beybehalten, und leihet von

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