422 Th. 4.Abschn. Syntax.
Zeit zu Zeit noch manches davon der höhern Schreib-art der Hochdeutschen, welche sich dadurch da6 An-mutiger sehe" der Neuheit und Kürze gibt.Gebrauch §. 712. Indessen hat die neuere Hochdeutschedieses Ca- Mundart bey weitem nicht den ganzen Gebrauch dessus. Genitives mit Verbis aufgehoben, sondern sie kennetdenselben noch. Allein ihr ganzer Gebrauch dessel-ben ist bloß ein Überbleibsel des ältern weitläufigern,und da dieser ganz auf dunkele Begriffe eines lebhaftempfundenen unbekannten Verhältnisses beruhet, solassen sich auch keine bestimmte Regeln davon geben,sondern man muß sich begnügen, die klar erkanntenVerhältnisse, welche noch jeht durch diesen Casumausgedruckt werden, anzugeben, und die unter jedesgehörigen einzelen Fälle der Erlernung durch den Ge-brauch überlassen; man müßte denn von dem Sprach-lehrer verlangen, daß er alle diese einzelen Fälle nacheinander aufzählen soll, welches doch ohne »«nöthigeW-'itläufigkeit nicht würde geschehen können. Esist genug, wenn er den Gesichtspunct, woraus derGebrauch dieses Casus betrachtet werden muß, über-haupt angibt. Die vornehmsten Verhältnisse, wel-che der Genitiv noch mit Verdis ausdruckt, sind dem-nach folgende.
i. Verhält- §. i. Das Verhältniß der Zeit, und zwar:"iß der (i) Auf die Frage wenn, wo dasselbe doch nur
noch bey einigen Substantiven durch den Genitivausgedruckt wird; aber auch bey diefen nicht alle-mahl, sondern nur noch theils in manchen Fällen,theils nur im gemeinen Leben. Die gebräuchlichstenSubstantive dieser Art sind: i. Tag, und die Nah-men der Tagezeiten, Abend, Morgen, Mittag,Nacht, vormittag, Nachmittag: Abendskommen; wenn es des Morgens regnet; desTages schlafen, besser am Tage oder bey Tage;
Nach-