Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
429
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i. Kap. 8. Verbum u. Subst. §. 718. 429

merkung bestätiget, daß unser ganzer heutiger Geni-tiv mit Verbis nur ein Überrest des alten Gebrau-ches ist, welcher sich im Hochdeutschen immer mehrund mehr verlieret.

§. 718 5. Das Verhältniß des leidenden 5. Deö leKGegenstandes, welches sonst durch den Accusativ denden Ge-ausgedruckt wird. Die vornehmsten Verba dieser senstandeS.Art, welche den leidenden Gegenstand noch jetzt, ent-weder durchgängig oder nur in einzelen Fällen, durchden Genitiv bezeichnet haben wollen, sind:

Achren: des Silbers achtere man nicht,i Kön.io; welches doch im Hochdeutschen, die höhereSchreibart allenfalls ausgenommen, jetzt den Accu-sativ bekommt, das Silber achrere man nicht.

Bedürfen: die Rranken bedürfen des Arz-tes nicht; der Herr bedarf ihrer. Wo aberauch der Accusativ häusig ist, besonders in der Spra-che des täglichen Umganges: ich weiß, was erbedarf.

Begehren: jetzt durchgängig mit dem Accusativ.

Brauchen, Gebrauchen; jetzt am häufigstenmit dem Accusativs, brauche die Zeit; außer al-lenfalls unpersönlich: rvas braucht es fo vielesRedens?

Denken: denke der vorigen Zeiten, jetzt lie-ber denke oder gedenke an die vorigen Feiten.

Entbehren: einer Sache entbehren; aberauch im Accusativs, eine Sache.

Erwähnen: einer Sache erwähnen; auchmit dem Accusativs.

Erwarten: jemandes erwarten; häufiger undlieber mit dem Accusativs.

Fahren: des nächsten vpeges fahren; jetztdurchgängig mit dem Accusativs.

Fehlen: