Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
439
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r.Kap. 8. Verbum u.Subst. §.722.' 439

Helfen, muß den Gegenstand der Person jeder-zeit im Dative haben: Arzt hilf dir selber, juc.4;hilft dir der Herr nicht/ woher soll ich dir hel-fen? 2K0N.Ü; Gott hilft dem Elenden, Hieb40; wem nicht zu rathen ist, dem ist auchnicht zu helfen; Herr hilf mir von meinenVerfolgern, Ps. 7; der Herr half ihm aus sei-nen Nöthen, Ps. Z4. Welcher Dativ daher auchim Passivo bleibt: mir wurde geholfen; damitist mir nicht geholfen. Nur die seltsame Nach-ahmung des Casus des Lateinischen ^suvgre hat dieseeinige richtige Analogie gestöret, und hin und wie-der den Accusativ eingeführet, gerade, als wenn dieabweichenden Analogien einer fremden Sprache denrichtigern Deutschen Geseße vorschreiben könnten:^Vg5 jMt i! ir grZer M? Reinmar der Alts; washilft miche? i Cor. 15; das möchte dich helfen,Judith 10; es half sie nichts, Marc. 5. Rei-chard, Bödicker und Aichinger leiten aus diesen undandern ähnlichen Beyspielen gar die unrichtige Regelher, daß helfen, wenn es unpersönlich stehe, denAccusativ erfordere; gerade, als wenn das unpersön-liche Subject den persönlichen Gegenstand verändernkönnte.

Kosten» Von diesem Verbo gilt eben das, wasschon bey heijsen bemerket worden. Nur Unwissen-heit des wahren Ganges der Deutschen Sprache, undthörichte Anhänglichkeit an dem jateine, welchesVerba mit zweyen Accusativm hat, konnte es zurRegel machen, daß sowohl der Gegenstand der Per-son als der Sache im Accusatt?« stehen müsse, unddadurch die gute alte Deutsche Analogie stören, undDunkelheit in die Sprache einführen, wo sie selbi-ge weislich zu vermeiden gesucht hat. Das kostet

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