Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
448
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443 i.TH. 4. Abschn. Syntax.

Diese verschiedenen Verhältnisse der unmittelba-ren und mittelbaren Wirkung werden in, Deutscheneigentlich auf gedoppelte Art ausgedruckt. 1. So,daß das Verhältniß der unmittelbaren Wirkung,dessen Gegenstand der sächliche Gegenstandheißt, durch den Genitiv, das Verhältniß der mittel-baren Wirkung aber, dessen Gegenstand der persön-liche ist, durch den Accusativ bezeichnet wird, (S. denGenitiv); oder 2. daß jener durch den Accusativ,dieser aber durch den Dativ ausdruckt wird, (S.denDativ); welches der gewöhnlichste Fall ist, weil erim Deutschen am häufigsten befolgt wird. Indessengibt es noch einen dritten Fall, wenn nähmlichz. beyde.Verhältnisse durch einen und eben denselbenCasum, und zwar durch den Accusativ bezeichnet wer-den, und alsdann regieret das Verbum zwey Accu-sativs, einen der Sache oder der unmittelbaren Wir-kung, und den andern der Person, oder der mittel-baren Wirkung. Daß diese Bezeichnung zweyer soverschiedener Verhältnisse durch einen und eben den-selben Casum in jeder Sprache, wo sie vorkommt,eigentlich ein Fehler ist, wird nunmehr wohl ein-leuchten, daher man sie in solchen Fällen, wo sieeinmahl eingeführet ist, so wie eine jede andere Aus-nahme, zwar beybehalten, aber sie nicht erweitern,oder als eine Analogie ansehen muß, welche manzum Nachtheil der richtigern befolgen könnte.

Hieher gehören aber folgende zwey Fälle nicht:1. wenn ein Activum zwey Nahmen eines und ebendesselben Dinges, oder eine Erklärung und Einschrän-kung eines Substantives durch den Begriff eines an-dern erfordert: ich nenne ihn Dacer; manschalt ihn einen Verrieger; ich liebe ihn alsmeinen Sohn; ich hasse ihn, nicht als mei-nen Feind, sondern als einen Lasterhaften.

Siehe