Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
450
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45c> r. Th. 4. Abschn. Syntax.

Lehren, dieses Zeitwort ist schon von den äste«ßen Zeiten an mit zweyen Accusativcn verbundenworden, wozu ohne Zweifel der Vorgang der jatei-nischsn Sprache Anlaß gegeben. 'I'lia? ir mili ier-tut, was ihr mich lehrtet, Ottfr. lere mili (ZinsreclUunAS, Notk. ciu jei teil mili eben ders. wels-che es nicht rvissen die lehret es, Esr. 7; lehremich deine Rechte, Pf. i>y; lehret solches eu-re Zxinder, Tob. 14; er lehret die Elenden sei-nen N)eI, Ps. 25. Die nächste Veranlassung zudieser den Deutschen so fremden Wortfügung liegetwohl darin, daß dieses Wort sowohl unterrichten,als auch durch Unterricht beybringen bedeutet. Inder ersten Bedeutung wird es mit dem Accusativs derPerson verbunden, lerne vor selbst ehe du ande-re lehrest; in der zweyten aber mit dem Accusativsder Sache, die Mathematik lehren, Nreurzlehret Geduld; in beyden Fällen, weil der Be-H> iff unmittelbar auf das Substantiv wirkt. Abernun kamen auch Fälle vor, wo beyde Bedeutungenin eine verbunden wurden, und da ward man durchden Vorgang der Lateinischen Sprache verleitet, bey-de Accusativ? beyzubehalten, da man doch der ge-wöhnlichen Analogie hätte folgen, und den einenAccusativ in den Dativ der Person verwandeln sol-len, wie solches in andern Fällen geschiehet, z.B.ich nehme dich, und ich nehme das Vrot,aber nicht, ich nehme dich das Bror, sondernich nehme dir das Vror. Nach dieser Analogiehätte man auch sagen sollen, ich lehre dir diejeAunst. In den gemeinen Mundarten, auf welchedie pedantische Nachahmung des Lateines keinen Ein-fluß gehabt hat, spricht man wirklich so, und es wärezu wünschen , daß auch die Schriftsteller von dieserAbweichung wieder zurückkämen, wie schon wirklich

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