Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
567
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z.Kap. Sätze, i. Ihre Arten. §. Zu. 567

bis die Sprachlehre ihr durch den richtigen Bau der-selben vorgearbeitet und dm Weg gebahnet hat. DieSprachlehre hat es mit der Richtigkeit der Rede zuthun, und da die Sahe der wesentlichste Theil einerjeden Rede sind, so muß sie die Wörter wenigstensbis zu einem Satze verbinden lehren, wenn sie ihremAmte eine Genüge thun will, zu geschweigen, daßdie ganze iehre von den Conjunctionen hier ihre ei-gentliche Anwendung findet, und auch von der Par-ticipial-Construction, diesem so nothwendigen undin allen Sprachlehren so sehr vernachlässigten Gegen-stände, nicht eher gehandelt werden kann, als bisman von den Sätzen erst die nöthigen deutlichen Be-griffe hat. Herr Rector kleiner ist, so viel ichweiß, der erste, welcher in seiner philosophischenSprachlehre auch hierzu mit dem ihm eigenenfruchtbaren Scharfsinn den Weg gebahnet hat.

In dem Abschnitte von dem Ursprünge derSprache ist bereits gezeiget worden, daß wir alle un-sere klaren Vorstellungen und Begriffe den Eindrü-cken der Dinge von außen auf unsere Sinne zu dan-ken haben. Eben daselbst ist auch bemerket worden,daß wir uns nicht ein Ding mit ollen seinen Be-stimmungen ans einmahl klar denken können, son-dern jede Bestimmung an demselben einzeln nehmen,«nd sie uns von demselben abgesondert denken müs-sen. Eine jede klare Vorstellung löset sich daher ei-gentlich in zwey Theile auf, in das Ding, welchesden Eindruck auf uns gemacht hat, und in diejenigeBestimmung an demselben, von welcher der Ein-druck zunächst herrühret. Allein, da diese beydenTheile noch keine klare Vorstellung ausmachen kön-nen, weil nothwendig auch das Verhältniß der ein«zelen Bestimmung gegen das Ding bestimmet wer-den muß, so erfordert eine jede klare Vorstellung

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