668 2. Th. Von der Orthographie.
scheu, Scherbcth, paschscha haben daher auchden Wohllaut wider sich. 4. Sollte die Wieder-herstellung der wahren Formen in diesen Wörternnorhwsnbig seyn, so mußte sie auch in allen übrigengeschehen, welche je aus fremden Sprachen angenom-men smd, und was für eine Zerrüttung würde dasnicht in der Sprache machen, indem die meisten mitder christlichen Religion aus dem lateinischen ange-nommenen Wörter mit noch größerm Rechte um-gemodelt werden müßten, weil hier der wahre Baudes Wortes allerdings zur Verständlichkeit etwasbeytragt. 5. Uni die gedachten morgenländischenWörter im Plural gehörig gebrauchen zu können,müßte denn ein jeder auch morgeuländisch declinie-ren lernen, so wie man uns schon zumuthet, von demSingular llmsulman im Plural nicht ilmsul-maimer, sondern IVoslemim zu sagen; aber wel-che Forderung!
Es behält also die Regel, welcher Deutschland in Ansehung dieser Wörter bisher dunkel gefolget ist,immer noch ihren überwiegenden Vorzug, und dieseRegel heißt denn so: XVörter aus fremden lindunbekannten Sprachen, rvo der rvahre Baudes N?orres zur allgemeinen Verständlichkeitnichts beyträgt, spreche und schreibe mannach der Form, in rvclchcr sie einmahl all-gemein bekannt sind, und bereits das Bür-gerrecht erhalten haben. Die wahren Formenkönnen nur silr diejenigen einigen Nuhen haben, wel-che diese Sprachen kennen und verstehen, und dadiese in Vergleichung nicht allein mit der ganzenNation, sondern selbst mit den Gelehrten in der-selben immer der kleinste Theil sind und bleiben wer-den, so ist es billiger, daß sie sich nach dem größernTheile bequemen, als daß sich dieser nach ihnen rich-ten