Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
671
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i. Kap. Allgemeine Grundstitze. §. 15. 671

Ich will bey dieser Gelegenheit noch eine Klei-nigkeit erinnern, welche das c der Franzosen betrifft.Da man jetzt alle eigene Nahmen, welche in demZnsammenhange der Deutschen Rede vorkommenkönnen, mit Deutschen Buchstaben schreibt unddruckt, die Deutsche Schrift ablr kein c kennet, s»kommt man oft in Verlegenheit und weiß sich dennnicht anders zu helft», als entweder ein fremdes <zmit in die Deutsche Schrift zu mengen, oder dafürein z zu gebrauchen: Cap Francois, Curazao .Allein, das erste Mittel ist wider den guten Ge-schmack und beleidigt das Auge eben so sehr, alswenn man einen Griechischen oder Hebräischen Buch-staben mit unter die Deutschen mengen wollte; daszweyte aber ist ganz wider die Aussprache, weil das 5der Franzosen nichts weniger als ein z ist. Dasbeste Mittel, diesen fremden Buchstaben zu ersetzen,ist, nach einem gedehnten Hülsslaute, und nach einemandern Confonanten das Hochdeutsche ß, und nacheinem geschärften Hiilsslaute zwischen zwey Vocalendas sf: Laße, Laßön, Curafsao, Cap Fransßsis. Es streitet dieses auch nicht wider die obengegebene Regel, den fremden Wörtern ihre eigen-thümliche Gestalt zu lassen, weil es hier einen Buch-staben betrifft, welchen die Deutschen gar nicht ha-l>en,und ihn daher durch einen gleichlautenden ersetzenmüssen. Ein anderes ist, wenn ein solches Wortschon eine völlig Deutsche Gestalt und Aussprachebekommen hat, ein Prinz, Prinzessinn.

Viele ausländische, besonders Französische, Wör-ter werden im gemeinen 4eben entweder ganz ode?doch zum Theil auf Deutsche Art ausgesprochen, d. i.so wie sie in ihrer Sprache geschrieben werden: Ac-oord,, Accidenz, Affront, Credit , Concert,Coujon, projecr, Caiibcr, Acrie, Gssicicr,

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