672 2.TH. Von der Orthographie.
Courier u. f. f. Es scheint, daß diese Wörter eiu--mahl auf dern Wege waren, als Bürger aufgenom-men zu werden, welches aber nachmahls bey mehrVerfeinerung des Geschmackes unterblieben ist. Esist daher der Billigkeit gemäß, und der möglichstleichten Verständlichkeit wegen nothwendig, ihnenihre fremde Gestalt zu lassen, theils damit sie alswahre Fremdling" erscheinen, theils aber auch, da-mit vie nächste Abstammung nicht verdunkelt und derLeser nicht immer genöthiget werde, sie in Gedankenin ihre eigenthümliche Schrift aufzulösen. Wer esüber sein Gefühl bringen kann Akkord, Akzise,Akzidenz, Akzenr, akkurat, Akzie, Lekzionu. s. f. zu schreiben, unter dem Vorwande, sie alsDeu.sche Wörter auf Deutsche Art zu schreiben, er-wäget nicht, daß diese Schreibart nichts wenigerals Deutsch ist, indem kk und kz im Deutschen un-gewöhnliche Verbindungen sind, daher diese Artenzu schreiben doppelt barbarisch sind, und bey einemnur sehr geringen Grade von Gefühl und Geschmackdafür erkannt werden müssen.
Da diefe Wörter in einigen Sylben eine Deut-sche Aussprache erhalten haben, so ist die Frage, obman eben diese Deutsche Aussprache in den gedachtenSylben nicht auch durch die Schrift bezeichnen müsse.In Wörtern, welche bereits das völlige Bürgerrechterhalten haben, ist solches schon gangbar und derSache angemessen: pallajr, von r'-iistium, Rap-pier, von dem Franz. Kapier, weil im Deutschendie erste Sylbe geschärft wird, folglich der folgendeConfonant doppelt lautet. In andern Zwitterwör-tern, deren Endsylben nur Deutsch ausgesprochenwerden, ist solches noch nicht gangbar, obgleich dieDeutsche Aussprache es zu erfordern scheinet. Manschreibt Cader, Cadincr, Billec, Complor, Ca-
roussel,