Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1782)
Entstehung
Seite
674
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674 2,TH. Von der Orthographie.

chen hasset, und den Fremdling, wenn man seiner janicht entrathen kann, doch wenigstens als einen Fremd-ling und nicht als einen Eingebohrnen darzustellenverlanget. Dieß gilt sowohl von Gattimgswörtern,als auch, und zwar vorzüglich von eigenen Nahmen:Vocal, Consonam, celebriren, Punct, Me-dicin , Caro, Cicero, Scipio, Citation, undnicht Vokal, Konsonant, zeledriren, Punkt,Medizin, Zxato, Zizero, Zipio, Zirazion. Hiergilt die Frage: rvie läßt das^ allerdings, weil sieauf den guten Geschmack, d. i. die dunkele Empfin-dung des Wohlanständigen gegründet ist, die letzternSchreibarten aber denselben doppelt beleidigen, so-wohl in Ansehung der lateinischen Sprache, indemsieden Römer in Deutsche Tracht kleiden, ungeach-tet er nie ein Deutscher werden kann, als auch inAnsehung der Deutschen, weil sie die Deutsche Trachtmißbrauchen, und dadurch Mißgeburten zur Weltbringen, welche weder Deutsch noch lateinisch sind.

Bekommt hingegen ein solches Wort eine Deut-sche Endsylbe, so wird diese billig auf Deutsche Artgeschrieben, weil die vorigen Gründe hier wiederwegfallen. Folglich Fabel, Clausel, Titel u. s. f.und nicht Fabul, Clauful, Tirul; weil ul-,, ulu8,^ilum hier in die Deutsche Ableitungssylbe cl über-gehet; da denn um die Aussprache zu sichern auchdas vorher gehende c in ein k übergehen muß, Ar-tikel , Matrikel. Dahin gehöret auch, wenn durchWegwerfung der Endsylben von lateinischen Wör-tern ein t und c, an das Ende des Wortes zu stehenkommen, und das erste wie z, das letzte aber baldwie z, bald wie k ausgesprochen werden muß. Dadie Deutschen das erste gar nicht, das letzte aber amEnde der Wörter Nicht haben, so erfordert sowohlihr Alphabet, als auch die Aussprache dafür ,ein z

und