der vornehmsten ^ubelschrifcen.

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Er erzehlt uns oder dennoch eine mündlich fortge-pflantzte Sage, wie er e6 nennt, von dem Ursprungder Buchdruckerkunst. Ich will sie kurtz wiederho-ien: Johann tNentelin, ein Goldschmidt zu Straß-burg verfiel 1434. beyAuspolirung gegossener Schau-stücke auf die Gedancken.- ob es nicht angehen solltediese Buchstaben eintzeln zu schaffen und hernach ab-zuformen ? Er eröffnete selbige seinem Gesellen Jo-hann Gänsefleisch. Und da dieser mit seinem Herrnzerfallen? so gieng er zu Johann von Gurrenbergfgleichfalls einem Goldschmidt und entdeckte ihm dasMentelinische Vorhaben. Sie versuchten es alsomit einander, und brachten eintzelne Buchstaben zu-wege. Als nun Guttenberg seinem Schwager Jo-hann Hausten, der damals zu Mayntz die Artzney-kunst studirt, unter andern Neuigkeiten auch diese mitberichtet; So riech ihm selbiger sich nach Mayntz zu be-geben, allwo sie das Werck gar zu Stande bringenwollten. Gurcenberg kam demnach mit seinem Ge-hülffen nach Mayntz, und setzte mit Fausten seinVorhaben fort Sie nahmen Schäffern noch zurHülfe. Und nunmehro hatten sie endlich die Buch-staben ausgegrübelt, es fehlte nur die Presse undDruckerfarbe noch. Auch diese wurde endlich 1440.fertig. Unterdessen haben sie dennoch noch zehenJahre zugebracht, ehe sie ihre gedruckten Sachenbekannt gemacht hätten. Mittlerweile ist Gänse-fleisch vermuthlich wieder nach Straßburg zuMentelin gegangen mW hat mit selbigem die Dru-ckerey fortgesetzet. So weit die gemeine Sage.Die auch sonsten vor weiter nichts angesehen werdenkan. Nunmehro bekümmert man sich doch auch umdie Erfindung und um einige Lobsvrüche der Buch-

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