d«S beweiset nur, daß er nicht völlig den nehmlichen Text,sondem einen vor sich gehabt, der dann und wann nochwohl besser war ( ^ ). Seine i,atinität selbst bewahrtihn aber auch schon vor diesem Argwohne; denn ich willden sehen, der aus seinen Worten nur einen einzigen Verszusammenstoppeln kann, der des Phadrus würdig ware.-^
Ich kann nun den Rest des alten Ulmer Drucks mitein Paar Worten abfertigen. Denn alles, was er noch
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(") Daß es dergleichen Terte gegeben, und in verschiedenenHandschriften noch geben müsse, hat Man immer gemuthmas-set. Besonders in solchen Handschristen, welche für älter zuerkennen, alsplanudes, dem man den gewöhnlichen Tertzuzuschreiben pflegt. Eine solche Handschrift fand Mcmt-faucon in einer Bibliothek zu Florenz , und war Willens,nach ihr sowohl das Leben als die Fabeln des Aesopus, anfsneue heraus zu geben. Aber es ist unterblieben. Eine sol-che Handschrift findet sich auch in Deutschland , in derBiblio-thek der Stadt Augspurg, auf die schon seit 1741 Ic>. Mi»chacl Hcusinger die Gelehrten aufmerksam gemacht habensollte. Sei» Zeugniß und seine Versicherung, hätte ich ge-meynct, müßte diesen Schatz an das Licht zu bringen, ohn-fchlbar veranlassen. Aber auch das ist nicht geschehe». Viel-leicht weil cs sich nicht der Mühe verlohnte? Es verlohntsich ihrer recht sebr; wie ich ganz gewiß weiß. Denn end-lich bin ich so glücklich gewesen, eine Abschrift von besagtemAugspurgischcn Eoder zu erhalten, aus der ich sehe, daß er«lle meine Erwartung' übertrift. Diese Abschrift ist von derHand der Madame Aeiske, die sich damit um die Griechi-sche Litteratur unendlich verdienter wird gemacht haben, alseine Madame Datier mit allen französischen Uebersctzungen,wenn man künftig einmal den Aesor- einzig so lesen wird,wie man ihn ohne ihr Anthun vielleicht noch lange nicht,vielleicht auch wohl nie gelesen hatte.