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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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enthält, siebzehn Fabeln des Avianus, und drey unbzwanzig Fabeln oder vielmehr Histörchen auö dem Adel-fonsus, Deligamus und Poggius, insgesamt mit deut-schen Übersetzungen, das kann zu nmncr gegenwärtigenUntersuchung nun weiter nichts dienen. Was fehlte auchnoch, um diese nicht völlig geendet zu haben?

Denn da eine Handschrift, die schon Gudius fürälter als fünfhundert Jahr erkannte, die Fabeln des Ro-mulus enthält, und zwar die nehmlichen Fabeln des Ro-niulus, die bereits im fünfzehnten Scculo zu Ulm gedrucktworden ; dieser Ulmer Druck aber ganz gewiß nicht vvmRimicius besorgt worden, auch Rimicius weiter keineu-Theil daran hat, als daß man seine Übersetzung von demLeben und einigen Fabeln des Aesopus darinn aufgenom-men: so ist es ja wohl nunmehr so ausgemacht, als nurimmer etwas dieser Art ausgemacht seyn kann, daß nichtallein Romulus und Rimicius zwey ganz verschiednc Per-sonen sind, sondern daß auch Rimicius nie an den Romu-lus die geringste Hand gelegt, wenigstens zuverlaßig nichtan den Romulus, mit welchem ihn Neveler ganz ver-wechselte, oder für dessen Herausgeber ihn Z7?ilanr angc-nommen. Eines ist eben so falsch als das andere: undich muß es nochmals und nochmals wiedcrhohlen, daß dieganze Verwirrung nichts zum Grunde hat, als den un-wissenden Leichtsinn eines jungen Franzosen, der einemBuche, das er weder kannte, noch sich die Mühe nehmenwollte, kennen zu lernen, den ersten den besten Namenbeylegte, der ihm darinn aufstieß.

Warum aber Nilanr nicht ganz hinter die Wahr-heit gekommen, davon war, habe ich vorläufig gesagt,

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