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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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und wo Christs Widerspruch genugsam bekannt gewor-den, würde sich leicht ein Gelehrter gefunden haben, der esmit ein Paar Worten angezeigt hätte, wo die augen-scheinliche Widerlegung des deutschen Professors zu findensey. In ihrer bis itzt noch völligen Ermanglung also,können und müssen die alten Fabeln des Romulus alleindie Stelle der Handschriften vertreten. Nach ihnen allemkann bis itzt noch jede kühnere Muthmassung über denText des Phädrus geprüfte und zu Folge dieser Prüfunggcbilligct oder verworfen werden. Da nun ohnedem derPhädrus von Zeit zu Zeit , zum Gebrauche der Schulen,wieder gedruckt wird: wie, wenn man eine solche Ausga-be einmal, statt aller Anmerkungen, mit ihnen allein ver-mehrte? Nehmlich mit ihnen, so wie sie in der Hand-schrift von Dijon , und in dein alten Ulmcr Drucke, weitvollständiger und weit besser als bey dem Nilam, ent-halten sind.

Folgende Vcrgleichungstafel, die ich zum Schlüssenoch mittheile, wird es mit Einem Blicke übersehn lassen^daß die Sache nichts weniger als überflüßig, oder wohlgar schon so gut als geschehen sey. In der ersten Reihestehen die Fabeln des NomuluS nach dem Manuskripte;welches, die wenigen angegebenen Verschiedenheiten abge-rechnet, auch die Ordnung der alten gedruckten Ausgabe>st. Zu der zweyten Reihe siud die Fabeln des Phädrusaugegeben, die in den ihnen entsprechenden Fabeln desRomulus begraben liegen; sowohl die, welche wir nochwirklich haben oder zu haben glauben, als auch die, wel-che Burmann daraus wieder herzustellen versucht hat.Die Fabel des Romulus, die in dieser Reihe ausfällt.