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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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zu stehen kainen, und nian daher nicht Spalte nach'Spalte, sondern beyde Spalten quecr durch, in jeder eineZeile um die auderc, leseu sollte uud nnißte.

So natürlich nun dieses war, besonders da keine A-nie die Spalten trennte; so ganz wenig Griechisch manauch nur wissen durste, um sich in der Ordnung nicht zuirren: so allgemein war dennoch der 'Anstoß, den man iiiallen andern Druckereyen, welche die Anthologie nach den»Aldus lieferten, daran nahm. Die Erben des PhilippJuma waren die ersten, die in ihrer Ausgabe von 1519,den lacherlichsten Fehler begingen, der nur immer daraus«entstehen konnte. Denn da sie sich einbildeten, daß maneine ganze Spalte n^ch der andern lesen müsse , und wirk-lich lasen; dabey aber nicht genau eben so viele Zeilen aufeine Seite brachten, als bey dein Aldus waren: so kannman sich leicht vorstellen, welcher vortreffliche Wirrwarrin dein Ganzen daraus entstehen mußte. Ohngefehr ebenderselbe entstand, als hierauf Oadm?, in seiner Antholo-gie von IZZI, in dem nehmlichen Wahne, das Gedichtouf ungespaltenen Seiten, es sey nun nach einer Aldini-schen, oder der Iuntaschcn Ausgabe, abdrucken ließ. Jaendlich ging es in der Druckcrcy dcS Hcnricus Srepha-nus selbst nicht besser, dessen Ausgabe der Anthologievon 1Z66 in diesem Punkte zu keinem geringern Schand-flecke versehen war.

Daß er gleichwohl, dieser Schandfleck, an allen dendrey gedachten Ausgaben , eine geraume Zeit ungcrügctblieb, kam wohl vornehmlich daher, daß das Gedichtselbst, als die Geburt eines spätern Griechen, von den

Gelehrten