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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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tNoeheims Worten angeben zu können; besonders dadiese Worte selbst, dabey gelegentlich eine litterarische Er-läuterung und Bestätigung erhalten können.

Alö tNosheiM 172Z seine hicrhergchörigc Schrift,hinter dem ersten Theile seiner heiligen Reden, heraus-gab, schickte er folgende Erklärung darüber voraus.Diebeygefügten Gedanken von der Lehre derer, die den Stra-fen der Hölle ein Ziel setzen, sind von mir gcfodcrt wor-dcn. Andere haben wcitlauftigcr und gelehrter von dic-ser Sache geschrieben. Und ich kanns daher wohl lei-hen, wenn man glaubt, meine Arbeit sey unnöthig. Die,,unschuldige Ucbcrcilung von einigen meiner Freunde,die gegen mein Wissen dieselbe wollen drucken lassen,und zwar nicht ohne Fehler, hat mich bewogen, da ichihr Vorhaben erfahren, ihnen zu versprechen, daß ichselbst den Druck besorgen würde. Ich vollziehe jetzundmeine Zusage. Und was ist denn hierin strafwürdiges?Oder würde ich nicht, wenn ich meine Zusage nicht ge-halten, eben so sehr gcsündiget haben, als da ich diesel-be vollziehe? Es ist endlich besser, einige Bogen zu viel,als zu wenig, von dergleichen Dingen der Welt zu lie-fern. Und je mehr Einfluß diese Lehre in gewisse Wahr-heiten des Glaubens hat, die den Grund der Seligkeitbetreffen, je öffters hat man Ursache, die Bewcisthümerderselben feste zu setzen. Man pflegt stets auf die Ver-nunft hierin» sich zu berufen. Und es kömmt vielen derberühmtesten Männer vor, als wenn die Sache derjeni-gen, welche die Ewigkeit der Strafen behaupten, beyna-he verlvhrcn seyn würde, wenn man diese allein fragen

wollte. Ich glaube das Gegentheil, ohne daß ich an-

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