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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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derc deswegen verachten will, die anders denken. Mirdencht, daß die Vernunft, wo nicht starker, doch ebenso stark, vor diejenigen streite, welche die Ewigkeit,als vor die, welche das Ende der göttlichen Rache ver-theidigen. Man sieht oft gewisse Meynungen derMen- sehen, die den Beyfall der meisten erhalten, für klareGesetze der Vernunft an, die man nicht leugnen darf.Und oft mißt man die Gerechtigkeit des göttlichen Ge-richtes nach der Gewohnheit der menschlichen Richter-stühle ab. Das scharfsinnigste, was vor das Ende derHöllcnstrafcn geschrieben, sind die Gedanken eines sonstgelehrten Mannes, dem man Schuld giebt, daß er vorseinem Ende in die giftigen Irrthümer der Soeinianerverfallen. Ich habe dieselben nicht obenhin gelesen, undgebe dem Verfcrtiger das Zeugniß eines nicht übel be-schaffenen Verstandes. 'Aber wenn man einige Zwey-deutigkeiten hebt, und die Kraft der Schlüsse von denmcnfchlichcn Sachen auf die göttlichen leugnet, so wirdder sogenannte Beweis ein Schatten, bey dem man denAusammenhang vergebens sucht. Ich bin lange Willens,,,in einer lateinischen Schrift die Geschichte der Lehre, vonder hier die Rede, vorzutragen, und nicht nur dieO.uel-,,len derselben zn entdecken, sondern auch die untn-schiede-nen Arten, ihr eine Farbe und Gewicht zn geben, zu un-tersuchen. Eine Menge von andern Arbeiten, die zumTheile nicht unbekannt, hat bisher die Ausarbeitungderselben aufgehalten. Vielleicht finden sich bald einigeStunden, in welchen ich den gcsammleten Vorrath vonGedanken und Zeugnissen in Ordnung bringen und der,,Welt vvrleaen kann.,,

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