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der schulgercchten Schlüssen abgefaßt ist. Denn die Prä-missen dieser Schlüsse sind nichts als Säße des gesundenMenschenverstandes, und keineswegcs dein Aristoteles ei-genthümliche kehren. Also auch, wenn durch die Bemer-kung des Leibniß das Dilemma des Soncr wirklich seineKraft verliert: so geschieht es ja wohl ohne alles Zuthundes Aristoteles . Doch mit oder ohne Zuthun des Aristo-teles : ist es denn auch nur wahr, daß sie so siegend, soentscheidend ist, diese einzige Bemerkung des Leibnitz ?Aufrichtig zu reden, ich glanbe nichts weniger. Denn eSsey immerhin unwidersprechlich, daß die menschlichen Sün-den auch der Zahl nach unendlich werden können; ja wer-den müssen: was gicng Sonern diese eine noch möglicheArt ihrer Unendlichkeit an? was hatte er nöthig, sich dar-auf einzulassen? und gegen wen sollte er sich darauf ein-lassen? Wenn sie von einigen seiner Gegner auch ange-nommen wird, diese Unendlichkeit: wird sie deswegen alsder vornehmste, oder gar als der einzige Grund ihrer ^eh-re -angenommen? Hören sie darum auf zu behaupten, wasSoncr eigentlich bcstrcitet? Nehmlich; daß, wenn sieauch uicht Statt hatte, diese Unendlichkeit der Sünden,dennoch auf die blos endlichen Sünden dieses Gebens eineunendliche Strafe warte? daß schon eine einzige dieserSünden, diese unendliche Strafe verdiene? In der Thatverändert auch die Einwendung des Leibnitz die ganzeStreitfrage. Diese gicng bey Sonern lediglich auf dieSünden dicfes Lebens, welche der Zahl nach nicht andersals endlich seyn können. Und Leibniß will, daß er auchdie Sünden des künftigen Lebens mit in Rechnung brin-gen sollen, die für sich allein schon, wenn sie notwendig
unauf-