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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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unaufhörlich geschehen mußten , eine mia'lfhörliche Straftverdienen würden.

Es könnte also leicht seyn, daß Leibnitz selbst sichdieses bey einer zweyten Erwägung nicht bergen können,und eben deswegen die ganze Vorrede zurückbehalten hätte.Denn da sie einmal geschrieben war, warum hätte er siesonst nicht sollen drucken lassen? Wenigstens kann manhiergegen uicht einwenden, daß er gleichwohl daS Wesent-liche davon, viele Jahre nachher, an einem andern Orteangebracht habe; nehmlich in seiner Theodicee. Ebenderselbe Gedanke kann, nn einem andern Orte, einen ganzandern Werth haben. Was leibnitz dort für eine ungül-tige Widerlegung erkannte, das konnte er hier zur Erläu-terung, einer andern Frage ja wohl mit beybringen. Dortsollten alle Einwürfe des Soncv damit zu Schanden ge-macht, und die bezweifelte lehre darauf gegründet werden:und dazu taugte es schlechterdings nicht. Hier aber, indcrTheodicee, wo er, waS er damit nicht erweisen konnw,als anderweitig erwiesen voraussetzen durste, sollte es blosdienen, das größte physikalische Uebel, das er sonach inseiner besten Welt zu seyn bekennen mußte, desto unmit-telbarer aus dem Uebel der Schuld herleiten zu können;ohne dabey auf die Unendlichkeit desjenigen zu sehen, ge-gen den diese Schuld geschehen, weil diese Unendlichkeitdoch nicht mit in den Zusammenhang der Dinge verwebetseyn konnte.

Und das würde es alles seyn, was ich hier hinzuzu-fügen hätte, wenn nur nicht eben dieses Weges einer un-serer neuesten Schriftsteller begegnet wäre. Herr lLber-

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