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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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hard in seiner Apologie des Sokrares, einem in vielerAbsicht sehr vortreflichen Buche, worinn er die Lehre vonder Seligkeit der Heiden untersucht, hat auch die von derUnendlichkeit der Strafen mit in seine Prüfung ziehen zumüssen geglaubt. Nun hat e6 zwar seine ganz besondereUrsache, warum ich wünschen könnte, daß er sich, wenigstensnicht in einer Apologie des Sokrates, dagegen erklärt hatte»Aber doch würde mich blos diese schwerlich vermögen kön-nen , mir die geringste Anmerkung dagegen zu erlauben;wenn er nicht zugleich, indem ihm seine Materie auch aufdas brachte, was Leibnitz darüber geäußert hatte, gegendiesen und dessen Aeusserung verschiedenes erinnert hatte,was ich hier in Erwägung zu ziehen, einen so nahen 'An-laß finde. Ich will, waS ich zu sagen habe, so kurz zufassen suchen, als möglich; uud meine Gedanken wo nichtordnen, doch zählen.

I. Ich fange von dem allgemeinen Urtheile an, welches> Herr Eberhard von Leibnitzen, in Absicht seines Be-tragens gegen angenommene Religionssätze, fallt. Nach-dem er nehmlich nun auch auf denjenigen Beweis der ewi-gen Strafen gekommen, von welchem hier die Rede gewe-sen, zeigt er sehr wohl, daß man mit demselben nicht überdie Grenzen der Möglichkeit gelangen könne, uud fährtfort:Die scharfsinnigsten Verfechter dieser Sache, wieL.cibmy, haben es wohl gefühlt, daß ein solcher Ve-rweis nicht weiter reicht. Lcibniy argumentirtc alsonur blos für die, welche von der wirklichen EwigkeithöllischerO.nalen aus der Schrift schon überführt waren.Da ihm so viel daran gelegen war, seine Philosophie all-gemein