Zeitschrift 
Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
Seite
227
Einzelbild herunterladen
 

( 22? )

erkennet, in diesem Verstände, die Ewigkeit derselben, mchdrückt sich mit aller Stärke und Würde darüber aus^Wenn nichts anders die endlose Hölle seyn soll, als die-ser ewige Schaden, der uns von jeder Versündigung an-kleben soll: so wird niemand bereitwilliger seyn, als ich,dieser Meynung die Hände zu bieten. Ich werde gernalle Mißdeutungen, denen der Ausdruck könnte unter-worfen seyn, um der Sache selbst willen, übersehen.Ich werde es mit allem Eifer, und mit aller Ucbcrre-dnngskraft, die mir Gott gegeben hat, den Gcmü-thern einzuprägen suchen, daß eine jedeUnsittlichkeit ihreböse Folgen bis ins Unendliche habe, daß ein jeglicherSchritt, den man in dem Wege der Vollkommenheitzurück thut, unser ganzes ewiges Daseyn hindurch, ander ganzen Summe derselben, qn der Länge des durch-laufenen Weges fehlen werde.,, Schön und wohl! Aberwie kam es, daß ihm nur der einzige Äaumgarren dieseEwigkeit der Strafe zu mnuircn schien? Wie kam cS,daß er diesem allein die Ehre gab, einen so wahren undgrossen Verstand damit verknüpft zu haben ? Folget sie nichtauch aus Leibnitzischen Grundsätzen? Ja beruht sie selbstbey Baumgarren auf andern Grundsätzen, als anfteib?Mischen? Der Satz, woraus sie dieser unmittelbar her-leitet, daß kein negatives Ding in einem reellen Dingeein Grund von Realität seyn könne: was ist er weiter, alseine für gewisse Fälle brauchbarere Formel des zureichen-den Grundes? Nicht zu gedenken, daß aus diesem Satzenicht sowohl die ewige Fortdauer der Verdammniß, al«die Unmöglichkeit aus der Verdammniß durch die Ver-dammniß in die Seligkeit überzugehen, fliestet.

P2 kh.