der Güte und Gerechtigkeit Gottes so streitend, unsernVerstand und unsere Empfindung so empörend, macht,von jeher gemacht hat, und nothwendig machen muß.
Xll. Besonders bey denen machen muß, die sich keinegöttliche Strafen ohne 'Absicht der Besserung denken kön-nen. Ihr Gefühl ist sehr richtig, aber ihr Verstandmacht einen Trugschluß. Nicht durch die unendlicheDancr der Strafen wird die Besserung ausgeschlossen,sondern durch die intensive Unendlichkeit derselben. Dennzu dieser intensiven Unendlichkeit geHörer vornehmlich ihreStetigkeit; und diese Stetigkeit ist es, welche alle Besse-rung unmöglich macht. Ich will sagen, und habe zumTheil schon gesagt: wenn die Strafen bessern sollen;so hindert die immerwährende Fortdauer des physischenUebels derselben, so wenig die Besserung, daß vielmehrdie Besserung eine Folge dieser Fortdauer ist. Aber dieEmpfindung dieses dauernden Uebels muß nicht stetig,muß wenigstens in ihrer Stetigkeit nicht immer herrschendseyn: weil es unbegreiflich ist, wie bey dieser herrschendenStetigkeit auch nur der erste Entschluß zur Besserung entste-hen könnte. Herr Eberhard selbst behauptet die Möglich-keit des ersteren mit so ausdrücklichen, als nachdrücklichenWorten. „Das physische der Strafe mag immer bleiben; der„besser belehrte Sünder wird es kein Uebel mehr nennen, er„wird sich dabey nicht mehr unglücklich dünken, so schmerz-„haft es auch immer seiner Sinnlichkeit seyn mag.,, Washeißt dieses anders; als daß sich der Sünder bessern kann,ohngeachtet seine Strafe nie aufhöret? Aber wenn sollteer nur den Gedanken fassen, daß das fvrtdaurende physi-
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