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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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schc Uebel für ihn ein wohlthätiges Uebel sey, wenn sollteer anfangen können, besser belehrt zu seyn, fallö die Em-pfindung dieses Uebels so intensiv und stetig wäre, alsman es anS einigen figürlichen Ausdrucken der Schriftfolgern zu müssen glaubt?

> XIII. Ich sage mit Bedacht, ans einigen figürlichenAusdrücken. Denn andere, besonders wenn man die Pa.<rabeln mit zu den figürlichen Ausdrücken rechnen darf,leiten auf weit richtigere Begriffe , mit welchen sowohl dieEndlosigkeit der Strafen, als zugleich die Besserung des-Bestraften bestehen kann. Daß aber die eine die anderenicht aufhebt, ist nicht allein unter der Voraussetzung be-greiflich, daß die Besserung nicht anders als durch dieFortdauer der Strafen erhalten werden könne: sondernkann auch auf eine andere Weise mehr als wahrscheinlichgemacht werden.. Nehmlich , wenn man in Erwägungzieht, daß obfchon Strafe und Belohnung etwaS positi-ves seyn werden und seyn müssen, dennoch ein Stand vonStrafen und ein Stand von Belohnungen zugleich rela-tive Begriffe sind, welche die nelmilichen bleiben, so langesie in dem nehmlichen Verhältnisse abnehmen oder wach-sen. Der reiche Mann in der Hülle mag sich immer bes-sern ; mag sich immer, von dem ersten Augenblicke derempfundenen Strafe au, seiner Vollkommenheit wiederzugewandt, und mit jedem folgenden Augenblicke sich ihrmehr und mehr genähert haben. Hört er darum ans, inAnschung des i,azarus, in der Hülle zu bleiben, der vondem ersten Augenblicke seiner empfundenen Seligkeit an,indeß nm eben so viele Schritte einer hohen? und hohem

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