Vollkommenheitzugeeilet ist? — Wer Hierwider imErnstc,-den Einwurf machen kann, daß auf diese Weise Hölle undHimmel in eines fließen, und sich jeder Sünder sonachtrösten könne, über lang oder kurz dennoch einmal in Hin--,mcl zu kommen: der ist gerade derjenige, mit dem mattsich über dergleichen Dinge in gar keine Erklärung einlas-sen müßte. Für ihn mag es nur immer bey dem Buch-staben bleiben. Denn auf ihn und seines gleichen, wardgerade bey dem Buchstaben gesehen.
XIV. Aber einen Mann, wieHr. Eberhard,darfich fra-gen, ob jeneunzcrtrennte Fortschreitung, welche beide Stän-de, Himmel und Hölle, durch unendliche Stufen verbindet,ohne daß jemals weder der eine noch der andere seine rela-tive Benennung verlieret, nicht schon aus dein Systemder bessernden Strafen folget ? Und ob die gänzliche Schei-dung, welche die gemeine Dcukungsart zwischen Himmelund Hölle macht; die nirgends grenzenden Grenzen, dieauf einmal abgeschnittenen Schranken derselben, die, ichwnß nicht, durch was für eine Kluft von Nichts, getren-nt seyn sollen, dißscits welcher schlechterdings nur lautersolche, und jenseits welcher schlechterdings nur lauter an-dere Empsindungen Statt haben würden: ob alle derglei-chen Dinge nicht weit unphilosophischer sind, als der al-lcrgrübste Begriff von der ewigen Dauer der Strafen nurimmer seyn kann? Bey diesem liegt doch noch wenigstenseine grosse unstreitige Wahrheit zum Grunde: und erwird nur darum so unsinnig grob, weil man jene Unge-reimtheiten mit hineinnimmt, die sowohl mit dem Wesender Seele, als mit der Gerechtigkeit Gottes streiten.
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