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Zur Geschichte und Litteratur : aus den Schäzen der Herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel / von Gotthold Ephraim Lessing
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Herr Burmann sagt nehmlich, daß der Epigrammen desLurorülb darinn nicht mehr als einige achtzig waren. ESmüßten deren aber sechs und neunzig seyn, wenn derAbschreiber alle mitgenommen hätte, die er, nach demSalmasischen Manuskripte, in dem Buche des ^uroriusbegriffen fand. Weil aber dennoch offenbar einige dar-unter, selbst der Aufschrift zu Folge, dem Luxorius nichtgehören, andere aber schon langst gedruckt sind: so ließer es vermuthlich bey der geringern Zahl von einigen acht-zig, und begnügte sich, nur das Echteste und Unbekanntestezu haben.

Iu wissen ist hiernachst, daß es nicht der blossexoriuv ist, was die Abschrift des Gudius enthalt. Esfolgen darauf noch einige sechzig Epigrammata verschiede-ner anderer, theils genannter theils ungenannter Dichter,welche er aus dem nehmlichen Codice abgeschrieben hat»Von diesen ist nun aber schon mehr als die Halste gedruckt;besonders in der Anthologie des Herrn Burmanne, und«s ist kein Zweifel, daß er die übrigen nicht ebenfalls unterseinen verschiedlichen Abschriften finden, und in den: zwey-ten Theile derselben bekannt machen werden, den die Ge-lehrten schon so lange sehnlichst erwarten.

Daß Gndius seiner Abschrift Vermuthungen werdebeygefügt haben, wie diese und jene verdorbene Stelle viel-leicht zu lesen, versteht sich wohl von selbst. Doch ist eSbey den Epigrammen desj.urorius viel hausiger geschehen,als bey den übrigen. Was sich bey beiden gleich deutlichzeigt, ist die besondere Treue, mit welcher er sich an dasManuscript, und oftmals sogar an die blossen Züge des-selben