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[1]: MS 312 - Grundriss zu Vorlesungen über Oekonomische Politik.
(Spezielle Volkswirtschaftslehre)
Entstehung
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91
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Oekonomische Politik( Brentano)

i

91

Ueber die Bedeutung der einzelnen Gewerbegruppen in Bayern vermögen folgende Aufstellungenüber die Gewerbesteuer 1902/03 Aufschluss zu geben (Stat. Jahrb. 1903).

1. Ausscheidung nach Gemeindegruppen und Steuerbeträgen.

Grössere

Städte

Uebrige

Gemeinden

: Königreich

Grössere !' Uebrige

Städte : i Gemeinden

Königreich

Jahressteuer

im Betrag

Zahl derPflichtigen

Gesamtbetragder Steuer

Zahl derPflichtigen

Gesamtbetragder Steuer

Zahl derPflichtigen

Gesamtbetragder Steuer

Jahressteuer

im Betrag

Zahl derPflichtigen

Gesamtbetragder Steuer

Zahl derPflichtigen

Gesamtbetragder Steuer

Zahl derPflichtigen

Gesamtbetragder Steuer

M.

M.

M.

M.

M.

M.

bis zu 3 M.

39 232

75 343 1

165 149

237 266

204 381

312 669

über 400- 1 000 M.

1 374

833 607

373

228 480

1 747

1 062 087

über 35

9 809

44 580

22 633

98 542

32 442

143 122

1 000-10 000

864 2 056 117

178

454 709

1 042

2 510 826

, 5-15

22 216

218 234

38 720

358 844

60 936

577 078

10 000-20 000

46

649 095

9

123 542

55

772 637

1560

23 162

726 920

23 563

663 781

46 725

1 390 701

20 000

46 2 427 428

1 4

221 150

50

2 648 578

60-100 ,

4 232

326 908

2 587

198 048

6 819

524 956

100-400

5 434

1 002 847

2 259

402 843

;

7 693

1 405 690

Königreich

106 415j8 361 079 255 475

2 987 205 j361 890

11 348 284

Tarif-

abteilungen

A.

Handwerk,mechanischeKünste, wissen-schaftliche Be-schäftigung

B.

Handels-

geschäfte

0 .

Transport- undVerkehrs-Unternehm.

2. Ausscheidung nach den Abteilungen des Gewerbesteuertarifs.

Gemeinde-

gruppen

Zahl

der

Pflich-

Jährlicher

Steuerertrag

^Auf die ein-zelnen Tarif-abteilungen: treffen vonje 100

Tarif-

abteilungen

!

i

Gemeinde-

gruppen

Zahl

der

Pflich-

Jährlicher

S teuerertrag

Auf die ein-zelnen Tarif-abteilungen

1 treffen von

1 je 100

j tigen

über-

haupt

durch-

schnitt-

lich

Pflich-

tigen

M.

Steuer

tigen

über-

haupt

durch- j'rxi- uschnitt-!lieh L t,gen

M.

Steuer

Grössere Städte

53 979

964 824

17,87

14,9

8,5

D.

Grössere Städte

11 000

340 689

30,69

3,1

3,0

Ueb. Gemeinden

154 823

575 567

3,72

42,8

5,1

wirtschaften,

>Ueb. Gemeinden

28 884

326 528

11,30

8,0

2,9

Zusammen

208 802

1 540 391

7,38

57,7

13,6

Vergnügungs-

Unternehmungen

Zusammen

39 984

667 217

16,69

11,1

5,9

(Grössere Städte! Ueb. Gemeinden

35 050

3 667 991

84,65

9,7

32,3

E.

(Grössere Städte(Ueb. Gemeinden

3 405

2 446 042

718,37

0,9

21,5

49 051

654 188

13,34

13,5

5,8

Fabriken und

13 194

1 099 160

83,31

3,7

9,7

(Zusammen

84 101

4 322 179

51,39

23,2

38,1

Grossgewerbe

(Zusammen

16 599 3 545 202

213,58

4,6

31,2

(Grössere Städte

1 Ueb. Gemeinden{Zusammen

2 283

187 612

82,13

0,6

1.6

F.

(Grössere StädtejUeb. Gemeinden(Zusammen

598

753 921

1260,73

0,2

6,6

5 065

28 254

5,58

1,4

0,3

4 458

303 508

68,08

1,2

2,7

7 348

215 866

29,38

2,0

1,9

brennereien

5 056 1 057 429

209,14

1,4

9,3

§ 27. Das Handwerk.

Bür die Literatur vergl. die bei den ArtikelnGewerbe,Gewerbegesetzgebung,Gewerbe-statistik,Handwerk undHandwerksorganisation im Handw. d. Staatsw. zitierten Werke. Insbesondere:Untersuchungen über die Lage des Handwerks in Deutschland mit besonderer Rücksicht auf seineKonkurrenzfähigkeit gegenüber der Grossindustrie. 9 Bände. Schriften des Yereins für Sozialpolitik.Band 6070. Leipzig 18951897. Untersuchungen über die Lage des Handwerks in Oester-reich. Schriften des Vereins für Sozialpolitik. Band 71. Leipzig 1896. Dazu: Verhandlungen dervom 23.-25. September 1879 in Köln abgehaltenen Generalversammlung. Schriften des Vereins fürSozialpolitik. Band 76. Leipzig 1898. Sigmund Mayr, Der Befähigungsnachweis in Oesterreich.Leipzig 1894. Waentig, Gewerbliche Mittelstandspolitik. Leipzig 1898. Karl Meister, DieInnungen der Stadt Dortmund seit der Novelle der G. 0. vom 26. Juli 1897. Dortmund 1904. Prager,Dr. Max, Die Mittelstandsfrage. Berlin 1904. Richard Pape, Beiträge zur Lösung der Frage Hand-werk oder Fabrik. Insterburg 1905.

Zum Handwerksbetrieb ist jedermann berechtigt auf Grund der Gewerbefreiheit (R. G. 0. § 110).Die noch bestehenden Beschränkungen im Gewerbebetrieb treffen nicht das Handwerk und verlangen einebesondere Konzession nur für Privatkrankenanstalten, Veranstaltung von Schauspielen, Schaustellungenund sonstiger Lustbarkeiten, Gast- und Schankwirtschaften, Pfandleiher und ferner für Tanz-, Turn-,Schwimmunterricht, Trödelhandel, Kommissionäre, Droguenhandel bei Personen, gegen die Tatsachenvorliegen, die ihre Unzuverlässigkeit dartun. Der Befähigungsnachweis wird, abgesehen vom Huf-beschlaggewerbe, ebenfalls nicht von denen gefordert, die ein Handwerk betreiben wollen, sondern nurvon Apothekern, Aerzten, Seeschiffern, Seesteuerleuten, Seemaschinisten und Lotsen (§ 2940).

Die gegenwärtige Organisation des Handwerks beruht auf dem Gesetz vom 26. Juli 1897, daseine vollkommene Umgestaltung des Titels VI der R. G. 0. (Innungen, Innungsausschüsse, Handwerks-kammern, Innungsverbände) gebracht hat. Danachkönnen diejenigen, welche ein Gewerbe selbständigbetreiben, zur Förderung der gemeinsamen gewerblichen Interessen zu einer Innung zusammentreten(§ 81). Aufgabe der Innungen ist: 1. Die Pflege des Gemeingeistes sowie der Aufrechterhaltung und Stärkungder Standesehre unter den Innungsmitgliedern. 2. Die Förderung eines gedeihlichen Verhältnisses zwischenMeistern und Gesellen (Gehilfen) sowie die Fürsorge für das Herbergswesen und den Arbeitsnachweis.3. Die nähere Regelung des Lehrlingswesens und die Fürsorge für die technische, gewerbliche und sitt-liche Ausbildung der Lehrlinge. 4. Die Entscheidung gewerblicher Streitigkeiten zwischen den Innungs-mitgliedern und ihren Lehrlingen (§81a). Die Innungen sind befugt, ihre Wirksamkeit auf andere denInnungsmitgliedern gemeinsame gewerbliche Interessen als die im §81a bezeichneten auszudehnen. Ins-

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