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— Pracht, Ehr' und Herrlichkeit — Will ich für immer meiden, —Ist Alles Eitelkeit.
Die Seligkeit aber, die unö JesnS bereitet hat, ist unbeschreiblich groß. Höre!wenn alle Sterne deS Himmels lauter schnelle Schreiber, der ganze Himmel ein großerBogen Papier wäre, daö Meer lauter Tinre und die Blätter aller Bäume lauterSchreibfedern wären, so würden doch alle diese Schreiber weder Kräfte, noch Hände,noch Tinte, noch Federn, noch Papier genug haben, um Euch nur den tausendstenTheil der himmlischen Freude und Seligkeit recht ^u beschreiben.
Ja, ja, die Frommeu haben recht, wenn sie sagen: „Der Himmel ist Alles,Alles werth." Nun darnm gehe standhaft bis an Dein Ende jenen Weg, den unSderjenige gelehret und durch sein Beispiel gezeigt, dem wir auch im neuen Jahrezuruseu wollen: Gelobt sey Jesus Christus in Ewigkeit. (Oesterr.Volksfr.)
Tcmeswar, im Dec. Der von dem hochwürdigsten Fürstbischof von Lavaut,Anton Martin Slomschek gcgrüuderc Gebetsverein zur Bekehrung der schiSmatischcnGriechen unter An-usnng der heiligen Cyrill und Methud gewinnt immer mehr anAusbreitung und läßt unö die segcnSvollsten Früchte hoffen.
Nach dem letzten amtlichen Ausweis leben im Temescher Banal und in derserbischen Wojwodschafr 614,577 römisch Katholische, 11,612 griechisch Katholische,679,556 Schismatiker, 50,911 Augoburger Confession, 26,127 Helvec. Cousessivnund 16,214 Indem
Sie sehen auS diesem Ausweis, daß die Nichtuuirieu die zahlreichsten, diegriechisch Unirtcn jedoch an Zahl die schwächsten sind. Eö wäre auffallend, daß nichtschon früher Uebertriite zur Union hier stattfanden, wcun man nicht wüßte, daß fürdie religiösen Bedürfnisse der Unirten nicht am besten gesorgt war. Als nun Seinek. k. apostolische Majestät für die im Baust zerftteut lebenden Unirteu die Errichtungeineö Bischofssitzes zn Lugos genehmigten, hat diese allerhöchste Entschließung gleicheinem elektrischen Fnuken auf die Schismatiker gewirkt und schaarcuweise erfolgten dieUebertritte vom Schisma zur Union. Ganze Gemeinden wünschen in die alte Mutterkirchewieder aufgenommen zu werden.
Es haben jedoch die Convertiten mit manchen Schwierigkeiten zu kämpfen.Nach den bestehenden Gesetzen gehört die Kirche der Nichtunirten in einer Gemeindeauch für den Fall noch immer den Schismatikern, wenn auch der mindere Theil, jawenn auch nnr einige Familien im SchiSma zurückbleiben. Die Konvertiten habendemnach in vielen Orien kein Gotteshaus. Bei ihrem Eifer und Ausdauer versammelnsie sich nun in einem Privathauö oder in einer vorfindigen Capelle.
Die im Bannt lebenden grieck. Unirten gehören, da der Bischofssitz in Lugosnoch nicht besetzt ist, zur Großwaroeiuer Diöcese , wo ein unirter Bischof wohnt.Die weite Ausdehnung deS BiöthumS uuo vielseitigen Geschäfte erlaubten eö jedochdem Bischof nicht, die zerstreuten Gläubigen zn besuchen. Unaussprechlich war darumdie Freude dieser Gläubigen, als der hochw. römisch-katholische Bischof von Csanab,Aler an der Csajaghi, bei einer im heurigen Sommer im Bannt unternommenenBisiialiousreise auch mehrere uuirte Gemeinden besuchte und sie zur Sündhaftigkeitund Ausdauer ermunterte.
Die für den Bischofssitz bestimmte Stadt LugoS liegt im Krassoer Comitat undzählt 1885 römisch Katholische, 725 griechisch Unirte, 15,620 Schismatiker, 123Augsb. und 86 Helv. Confession, endlich 383 Indem
Dieß ist nun ein wahres Quodlibet von Konfessionen in einer Pfarre. Diesekonfessionelle Verschiedenheit findet man jedoch nicht in Lugos allein, sondern im ganzenBannt. (Salzb. K.-Bl.)
Verlags-Inhaber: F. C. Kremer.