Ausgabe 
14 (22.1.1854) 4
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Vierzehnter Jahrgang.

Svnntags-Beiblatt

zur

Augslmrger poKMung.

22. Januar M ^t. 1854.

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Dieses Blstt erscheint r?ge!mäßist alle Sonntage. Der halbjährige Abminementspreiifr., wofür es durch alle köm'ql. bayer. Vostümter und alle Buchhaudlunaen bezogen weiden lau?

Hirtenbrief des Bischofs von Trier

übel die ewige Anbetung deö allerheiiigsten SacramentS .

Wilhelm Ärnoldii

durch Gottes Erbarmung und die Gnade des heiligen apostolischenStuhles Bischof von Trier .

Der hochwürdigen Geistlichkeit und den Gläubigen Unserer Diöcese Gluß und Scgm

im Herrn!

Ein Jahrhundert ist beinahe verflossen, seit der in Gott ruhende ErzbischofJohann Philipp die ewige Anbetung deS allerheiligstcn Sacramentes in dem dama-ligen Erzbisthume Trier in der Weise angeordnet har, daß durch den ganzen Kreis-lauf deS Jahres in den Tagesstunden die verschiedenen Pfarrgcmeinden, in den nächt-lichen Stunden aber die zahlreichen klösterlichen Genossenschaften vor dem Allerheiiigstenabwechselnd erscheinen sollten ; so daß zu allen Stunden und ohne Unterlaß der Herrin dem wunderbaren Sacramente angebetet und gepriesen würde.

Die ewige Anbetung sollte ein feierliches und nie verstnmnicndeS Bekenntniß desGlaubens an die wirklile und wesentliche Gegenwart Jesu Christi im Altarssacra-menle seyn, eine ununterbrochene Huldigung > der göttlichen Majestät dargebracht, zumErsähe für alle Entehrung, für den Undank, die Treulosigkeit und Gleichgiltigkeit vonSeite der Gläubigen und der Ungläubigen. Diese Tag und Nacht ertönenden Lob-gesänge sollten ein ireueö Abbild seyn und eine Nachahmung jener Anbetung und jenerheiligen Loblieder, die dem Allerhöchsten ohne Unterlaß dargebracht werden von allenEngeln und heiligen Geistern deS Himmels.

Diese heilige Uebung hat das christliche Bolk durch alle Stürme der Zeit, durchalle Wechsel der Ereignisse größtcntheilS bis auf diesen Tag treu bewahrt und cS hacrichtig gefühlt und begriffen, daß dieses die eigentlichen Stunden der Weihe und desSegens für die ganze Psarrgemeinve seyen, und mit hoher Frende können wir Vielenes nachrühmen, daß sie durch großen Eiser und innige Andacht, durch frommenEmpfang der hh. Scuramenle diesen Tag würdig und festlich zn feiern wissen. Mögedieser Eifer und diese Andacht, wie ein heiliges Feuer, überall hin sich verbreiten undalle Herzen zur Liebe Jesu Christi entzünden I

Indeß ist seit dem Anfange des laufenden Jahrhunderts durch Aushebung derKlöster die nächtliche Anbetung ganz unterblieben, und durch mehrfache Abgränzungder alten Diöcesen sind viele Pfarreien uusereS BiSthumS ausgeschieden und benach-barten Diöcesen zugetheilt; andere und in bedeutender Anzahl sind ans angränzendenDiöcesen der unsngen einverleibt worden; auch haben mehrere Pfarreien, die nurkürzere Zeit abgetrennt, wieder mit der Mutterkirche vereinigt wurden, den Tag der