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ewigen Anbetung abgeändert und auf den folgenden Sonntag verlegt; so daß derschöne Gedanke, der dieser Andacht zu Grunde liegt, seine Bedeutung und seinen Aus-druck im Leben verloren hat.
Seit vielen Jahren ist deshalb der Wunsch lebhaft geäußert worden, eS möchtediese herrliche Einrichtnng so hergestellt werden, daß jede Psarrgemeinde unabänderlichan dem für dieselbe festgesetzten Tage die ewige Anbetung feiere, und daß auch denzahlreichen Pfarreien, in welchen dieselbe bisher nicht eingeführt ist, dasselbe Glückwie den andern zu Theil werde.
Diesem frommen Wunsche beeilen Wir uns hiemit zu entsprechen, indem Wirfür jede Pfarrei Unseres BislhumS einen besondern Tag zur ewigen Anbetung fest-setzen und zur Stellvertretung des nächtlichen Gebetes anordnen, daß diese feierlicheAnbetung an jedem Tage des Jahres in je zwei Kirchen staltfinden soll, auf daß alleGläubige des BiSthumS ohne Ausnahme sich vereinigen znr Anbetung, zum Lob undPreis deö Herrn, der uns so liebreich einladet: Kommet zu mir Alle, die ihrmühselig und beladen seyd, ich will euch erquicken. (Matth. 11,28.)
So tretet dann zu Ihm und laßt euck erleuchten, und nie wirdeuer Antlitz zu Schanden werden. (Psalm 23, 6.) Kostet selbst und sehetwie gut der Herr ist und wie glücklich der Mensch, der auf ihn ver-traut. (Psalm 33, 9,) Allen, die Ihn in dem allerheiligsten Sacramente andächtigbesuchen, ist Er ein Helfer in ihren Gefahren, ein Führer auf ihren Wegen, einRalhgeber in ihren Zweifeln, ein Licht in der Finsterniß, eine Stütze in der Schwach-heit, ein Tröstir in ihren Leiben. „Welch' ein Glück ist es, welche reine Freudegewährt cS nicht, vertraulich mit JesuS reden zu können, da er wartet, um unserGebet zu vernehmen und zu erhören! Welch' einen Trost gewährt eS nicht, Ihn umVerzeihung zu bitten, Ihm seine Bedürfnisse vortragen zu können, wie ein Freunddem Freunde, auf den er all sein Vertrauen setzt; vor Seinem Angeflehte Seine Gnade,Seine Liebe, Seinen Himmel erbitten zu können! Welche Seligkeit, Licbeöacte zn Demerwecken zn können, der auf diesem Altare unser Fürsprecher ist beim ewigen Vater,der hier von Liebe zu uns embranm gegenwärtig ist! Denn Seine Liebe ist es, dieFreude daran findet, verborgen, verkannt, ja oft verachtet bei uns zu bleiben."
Möchte daher am Tage der ewigen Anbetung jede christ iche Seele dasselbe undin Wahrhiit auSsprechen" können, waS einst eine gottselige Fran, die den größtenTheil ihres Lebens vor dem allerheiligsten Sacramente zugebracht, auf die Frageerwiderte, waö sie doch all die Zeit hindurch vor dem heiligen Sacramente ansänge.„Die ganze Ewigkeit," sprach sie. „die ganze Ewigkeit wollte ich hier verweilen. Istdenn nicht hier unser guter Gott? O großer und heiliger Gott! und ihr fragt michnoch, was ich vor ihm thue? Ich liebe Ihn! wer verdient mehr unsere Li.be als Er?Ich lobpreise Ihn: und wem gebührt Preis und Ehre mehr als Gott? Ich dankeIhm; von wem haben wir größere Wohlthaten empfangen als von Gott? Ich opferemich Ihm auf; denn wem sollen wit unö selbst weihen mit Allem, waS wir haben,als jenem Gott, dem wir AlleS verdanken? Ich bitte Ihn; denn wer kann unSgrößere Gnaden verleihen, als Er, der Urheber der Gnade, der Herr des Weltalls?Waö lhnt der Arme vor der Thür des Reichen? WaS thut der Kranke vvr demArzte? Was thut ein Diirstenver in der Nähe der Quelle? Was thut ein Hungriger,der bei der vollen, reichen Tafel sitzt?"
Gelobt und gepriesen sey das allerheiligste Sacrament! von nun an bis inEwigkeit. Amen.
Gegeben zu Trier am Feste der heiligen Elisabeth 1853.
_ 1- Wilhelm, Bischof.
DaS öffentliche Confistortum zn Rom am 22. Der. 18S3.
Rom, 26. Der. Vielen Lesern mag eS nicht unwillkommen seyn, eine schlichteSchilderung dieser Feierlichkeit zu lesen und sich dadurch eine bestimmte Vorstellung