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Vaticans alle seine alten Collegen unter der protestantischen Geistlichkeit Englands und die übrigen katholischen Engländer, die in Rom wohnen, um auf dem Altare derocmtessio die heiligen Geheimnisse zu feiern, und seine frommen Laundsleuten die hei-lige Communion auSzuspenden. Wer könnte die Stille, die Sammlung, die Andacht,die heilige Freude, die Unruhen, die Hoffnungen, die Wünsche und Bitten dieserVersammlung beschreiben? In der That, diese Versammlung müßte man den MertingSzeigen können, die auch auS Engländern bestehen, wo man schreit, wo man lärmt,wo man verwünscht, wo man ruft: Tod unsern Brüdern, den Katholiken! Jedochwenu solche Erscheinungen für die von Haß Verblendeten verloren sind, so sind gewißdie eifrigen Gebete nicht vor Gott verloren. Der heilige Petrus, der Fürst der Apo-stel, wird sie dem Gründer der heiligen Kirche darbringen, und sie werden durchzahlreiche Bekehrungen belohnt werden.
Vom Niederrhein , 28. Dec. Die Nachricht, daß es gegenwärtig beab-sichtigt werde, in Cvblenz gleichsam den Centralpuuct für die Redemptoristen deut-scher Zunge zu bilden und dorthin das Generalvicariat der Provinz zu verlegen,spricht, abgesehen davon, ob sie begründet oder nicht, wenigstens für die gegenwärtigin Preußen herrschende kirchliche Freiheit. Wir wollen gerne zugeben, daß die-selbe mehr aus der persönlichen humanen (oder auch liberalen) Denkweise der Regie-renden als aus der jetzt gerade geltenden Verfassung, die übrigens dem Bestehen allerOrden in Preußen Raum gibt, hervorgeht; denn wenn kein guter Wille da ist, soweiß man namentlich in Dingen, die dem sogenannten Zeitgeiste, d. i. dem zeitung-fabricirenden Literatenschwarme nicht munden, leicht eine Handhabe zu finden, umMißliebiges fern zu halten. Indessen hat schon lange (selbst vor dem März) dasVerhalten der Regierung den Franciscancrklöstern in Westfalen gegenüber bewiesen,daß man nicht principiell und absolut gegen dieselben gestimmt sey; auch liegt seitlange in Coblenz der Beweis vor. Man hat nicht bloß schon zur Zeit als nochin Frankfurt die den „Redemptoristen und Liguorianern" feindliche Versammlung tagte,in Coblenz denselben ohne Widerspruch freien Zutritt und offene Wirksamkeit gegönnt,sondern auch später den Schul brüdern, welchen die Bürgerschaft einen Theil deöElementarunterrichtes anvertraute, kein Hinderniß gelegt. Eben so steht's in Bezugauf die in Aachen und Köln (wo sogar ein rein beschaulicher Orden ein Hausgründete) so wie in Nonnenwerth (welches in vormärzlicher Zeit für ganz andereZwecke gewonnen werden sollte) entstandenen Klöster. Die Katholiken der Nheinpro-vinz erkennen dieß mit Dank an und hoffen um so mehr auf eine Fortdauer dieseswahrhaft liberalen Zustandes, als demselben offenbar nur die Ueberzeugung zumGrunde liegen kann: daß die katholischen Ordensinstitute für daS in der Neuzeit sogebrechenvolle sociale Leben von dem entschiedensten Einflüsse sind. Dabei werdenzweifelsohne die absichtlich von einer perfiden Presse ausgestreuten und unterhaltenenVorurtheile von Bornirtheit, Aberg'auben, Intoleranz, Fanatismus des katholischen Klosterwesens bei einer großen Zahl des gebildeten PublicumS in ihrer Falschheit undBosheit erkannt worden seyn, da auch noch nicht ein nennenswertheö Beispiel solcheruntergeschobenen Vorurtheile an den bereits längere Zeit aufgenommenen Orden (barm-herzige Schwestern sogar in Berlin und Franciscaner in Westfalen haben gewiß eine'hinreichende Probezeit geboten) nachgewiesen worden, vielmehr ihre gemeinnützige,klare Wirksamkeit für. die Moraliiät und den gerechten Sinn des Volkes bewährt ist.Bei den am meisten verschrieenen Religiösen (den Jesuiten ) sind eben die eklatantestenBeweise des geraden Gegentheiles von Dem, was die Welt oder der sogenannte Zeit-geist ihnen nachsagte, an den Tag getreten. Wenn die Regierenden in solcher Weisefortfahren, auch der Kirche gerecht zu seyn und ihr wenigstens die Freiheit zu gönnen,