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die man nur zu lange un-.und gegcnchristlichen Verbindungen (von der Freimaurerei bis zu den Nongcanern und Freikirchlern) gelassen hat, so werden sie jedenfalls dendoppelten Vortheil haben: den aufrichtigen Dank der Katholiken und den Beistand undSchutz des besseren Theiles im Volke; während die Gesellschaft der Gefahr der Bar-barei, der Anarchie oder des Despotismus weniger ausgesetzt seyn wird. (M. I.)
Berlin , 12. Dec. Die hiesige St. Hedwigskirche und deren Gemeinde gehörtebis zum Jahre 1312 zur Mission des Bisthumö Hildesheim und steht erst seit dieserZeit unter der Obhut des Fürstbischofs von Breslau . Bei der damaligen Festsetzungwurde dem Fiscus das ausschließliche Patronats- und Ernennungsrecht eingeräumt,welches, wie wir schon neulich gemeldet, jetzt der Cardinal Fürstbischof v. Diepenbrock,besonders in Bezug auf Wiederbcsetzuug der geistlichen Stellen, ausschließlich für sichin Anspruch nimmt, indem er sich auf die Verfassung beruft. Die Regierung zeigtsich indeß, wie man hört, fest entschlossen, ihr sogenanntes Recht dabei nicht auf-zugeben, und hat bereits ein Veto gegen die von dem Cardinal für die hiesige katho-lische Kirche in neuester Zeit selbstständig erfolgte Ernennung von Geistlichen eingelegt.Man ist auf die Beilegung dieses Principienstreites sehr gespannt.
Madrid.
Madrid . Der Austritt des Finanzministers Bravo Murillo ist für die armenPensionäre sehr unheilvoll. Noch übler, wie die Civilpensionäre, sind die armen altenErklosterbrüder daran, die wohl auf dem Papiere, aber in der Wirklichkeit noch keinenHeller von der ihnen versprochenen Pension erhalten haben und rein von Almosenleben müssen. Die Noth dieser ehrwürdigen Greise ist groß und allgemein bekannt;folgendes hier und in ganz Spanien gängige Sprichwort möge als Beleg dienen:ei es tan pokrv ooms un ügmlinolito exeonvontusl (er ist so arm wie ein hungrigerKlosterbruder). In Lumpen gehüllt, durchziehen am frühen Morgen 70- bis 8Vjäh-rige Greise die Straßen der Hauptstadt, wandern von Kirche zu Kirche um ein Meß-stipendium, wenn ihnen ein"solches von irgend einer gläubigen mitleidigen Seele zudiesem Zwecke gereicht wird. Die Verkäufer und Käufer der Klostergüter leben dabeivollauf, wohnen in schönen, herrlichen Palästen und lassen cö sich wohl seyn. (Wielange?)
Die „N. Pr. Z." läßt sich von ihrem Londoner Correspondenten schreiben:„Ein Friedensschluß des Ministeriums mit dem Papste, indem der letztere, den Um-ständen weichend, seine Bulle zurückziehen, oder wenigstens modificiren wird, stehtschon fast in sicherer Aussicht. Schon in voriger Woche meldete der Morning-Herald,daß die Unterhandlungen darüber in H. Sheil's Händen seyen. Für das Ministeriumist dieß der sicherste, ja der allein mögliche AuSweg, da es sonst einerseits der Orange-bewegung, andererseits den Secten gegenüber in die ärgste Klemme gerathen wäre."Daß das Ministerium wirklich schon in die ärgste Klemme gerathen ist, und daß ihmein solcher „Friedensschluß" sehr erwünscht wäre, ist sicher; H, Sheil kennt aber seineKirche schlecht, wenn er sich Hoffnung macht, durch diplomatische Unterhandlungendie- Zurücknahme oder Modifikation der päpstlichen Bulle bewirken zu können. Derheilige Vater ist kein englischer Minister, daß er eine Bulle zurücknehme, wie eineBill, die der Majorität des Parlaments nicht behagt.
Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.
Verlags-Jnhavcr: F. C. Krem er-