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in Vorschlag zu bringen, um für die vielen Gotteslästerungen und EntHeili-gungen des Sonntags Gott dem Herrn eine Genugthuung zu bereiten. Baldhatte er 200 Mitglieder, und der Bischof von Langres, der die Sache prüfte undseiner Billigung für'würdig fand, führte die „Bruderschaft" feierlich am 18. Juli1847 ein. Noch in demselben Monate verlieh der heilige Vater als Beweis seinesbesondere» Wohlwollens für dieses zeitgemäße Werk derselben zahlreiche Jndulgenzen,und erhob sie unter dem 30 Juli 1847 zur Erzbruderschaft. — Auf diese Weise vonder Kirche bestätigt und ihres Segens theilhaftig machte sie unglaubliche Fortschritte.Ende des Jahres 1847 waren bereits 21 ^Einschreibungen, worunter 8 Seminarien,22 religiöse Genossenschaften und 30 Filialbruderschaften in 17 ViSthümern. Gegen-wärtig bestehen nahe an 1000 Filialbrnderschaften; sie ist über 68 Diöcesen ausge-breitet und in 135 religiöse Anstalten eingeführt. DaS erste, so eben erschienene Heftder „Jahrbücher" dieser Erzbruderschaft ertheilt über ihr Wirken recht erfreuliche undüberraschende Mittheilungen.
Die Bischöfe der Lombardie waren bekanntlich vom 27. Nov. bis 5. Dcc. zueiner Privatconferenz in Mailand versammelt, welche der Erzbischof dieser Stadt,BartholomäuS Earolus, mit einer lateinischen Anrede eröffnete. Es waren ihrer imGanzen 8, nämlich außer dem Erzbischof die Bischöfe von Como, Crema, Lodi ,Mantua, Pavia, Crcmona, ^Brescia . Was sie verhandelten, ist zur Zeit noch un -bekannt. Ihr vom 1. Dec. datirter Hirtenbrief an die Geistlichkeit ihrer BiSthümerzeigt, welcher Gegenstand ihre Aufmerksamkeit und hirtliche Sorgfalt dermal besondersin Anspruch nehme. Sie klagen darin, daß daö Land überschwemmt sey mit Büchernund Zeitungen aller Art, welche alles, was dem Christen heilig ist, verächtlich oderlächerlich zu machen suchen, welche die Reinheit' der christlichen Sittenlehre und dieWahrheit unsers heiligen Glaubens angreifen. Die Feinde des Glaubens haben diegesetzlose Zeit der Revolution schlau benützt, um eine Unzahl von Bibeln, welche vonKetzern in die Volkssprache übersetzt und zugleich durch eingestreute ketzerische Irrthü-mer verfälscht worden, ins Land zu bringen, bei dem gemeinen Volk in Städten undDörfern, bei Weibern und Kindern in Umlauf zu setzen, und so ihren IrrthümernEingang zu verschaffen. Sie halten es daher für ihre dringendste Pflicht, den Kleruszur Wachsamkeit und Sorge aufzufordern, daß die dem wahren Glauben drohendeGefahr rechtzeitig abgewendet werde. Sie weisen hin auf die heilsame AnordnungdeS apostolischen Stuhles, daß nur solche Bibelübersetzungen in der Landessprachegelesen werden dürfen, welche entweder vom apostolischen Stuhl für richtig und un-verfälscht erklärt, oder mit Anmerkungen aus den heiligen Vätern oder aus anderngelehrten katholischen Schriftauslegern versehen sind. Darum sollen die Priester aufalle Weise in Liebe und Ernst dahin wirken, daß die dem Glauben und den Sittenzugleich drohende Gefahr beseitiget, und namentlich die leichtbewegliche Jugend vonder Verführung gesichert werde. Man sieht aus dem Ganzen, daß die Reformationin der Revolution gute Geschäfte machte. Sie hat in jenen Gegenden, die ihr bisherunzugänglich waren, reichlichen Saamen ausgestreut. Möge eS den emsigen Bemü-hungen der wachsamen Hirten gelingen, ihn auszurenken, bevor er wuchernd aufgehtund das arglose Volk zerrüttet.
Unter den Schissbrüchigen der „Helena Sloman" (f. Postztg. vom 2. Jan.)befand sich auch, wie daö Schles. Kirchenblatt meldet, der MissionSpfarrer Schonnataus Ohio. Er wurde zwar gerettet, hat aber Alles eingebüßt, was er an Kirchen-varamenten, theologischen Schriften ,c. auS Europa mitgenommen hatte.
Berantwortlichcr Redacteur: L. Schönchen.
Vn'lags-Jnhaw: F. C. Krem er.