Ausgabe 
11 (26.1.1851) 4
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Staaten würde mehr und mehr gesichert, die Erde immer mehr zu einem Vorhofe desHimmels umgewandelt werden. Ja wir dürfen stolz seyn auf unsere Weltanschauung;denn sie ist inmitten aller nebelhaften Zcitmeinungen, aller immerdar wechselndenTagesansichten allein eine feste, folgerichtige und grundsätzliche. Bleiben wir demnachder katholischen Weltanschauung tren, aber nicht bloß in einer Richtung, etwa in derkirchlichen, sondern bleiben wir ihr in allen Verhältnissen des Lebens treu, suchen wirsie überall in Anwendung zu bringen, läutern und befestigen wir sie immer mehr inuns und in Andern; ja, lassen Sie uns als Mitglieder des katholischen Vereinesernstlich sorgen, daß die katholische Weltanschauung immer mehr eine Macht werde,daß sie sich immer mehr als ein Leuchtthurm erweise, durch welchen die Lebensschifferauf den sturmbewegten Wogen der Zeit sich zurechtfinden, mit dessen Hilfe sie sicherin den schützenden Hafen gelangen!

Dänemark .

In Dänemark, wo bisher, ähnlich wie in Schweden , der Lutheranismusalleinige Geltung und öffentliche Anerkennung hatte, und alle andern ReligionSgesell-schaften mit ihren Angehörigen vielfachem Druck und intoleranter Beeinträchtigungunterworfen waren, hat der Cultusminister es neuerdings durchgesetzt, daß in Ueber-einstimmung mit der gegenwärtigen Verfassung anch denjenigen, welche sich nicht zurlutherischen Landeskirche bekennen, die ihnen gebührende religiöse Freiheit zu Theilwerde. Mußten bisher alle christlichen Ehen, und namentlich auch alle gemischtenEhen vor einem lutherischen Prediger geschlossen werden, um öffentlich'e Giltigkeit zuhaben, so soll jetzt eine dahin abzielende Erklärung und Unterschrift vor dem Magistratgenügen; mußten bis jetzt alle Kinder aus gemischten Ehen von einem lutherischenPrediger getauft und lutherisch erzogen werden, so soll diese Art der Tause künftignicht mehr nothwendig, sondern eine Eintragung in die Geburtsliste der Gemeindehinreichend und demgemäß es auch gestattet seyn, von einem katholischen Priester dieKinder taufen zu lassen. Die religiöse Erziehung der Kinder aus gemischten Ehensoll den Eltern freigestellt werden, so jedoch, daß sie vor Eingehung der Ehe sichdarüber einigen und eine Erklärung abgeben. Nicht die sogenannte lutherische Confir-mation soll künftig mehr ven Austritt aus der Schule ermöglichen, sondern eine ein-fache Ausschreibung aus der Schule, oder ein Eramen. So ist doch wenigstens einAnfang zur Freigebung der Kirche auch in Dänemark gemacht; freilich ist damit bis-her noch wenig gewonnen, um so mehr, als die intoleranten dänischen Lutheranerüberall Adressen gegen diese Religionsfreiheit bei der Regierung einreichen. Die Re-gierung aber zeigt sich gegenwärtig toleranter als das Volk.

Notizen.

Pfarrer Meinhold von der Insel Rügen, dessen dichterische Werke nament-lich die Bernsteinhere vielseitiges Interesse erregten, lebt jetzt in Berlin , um zurkatholischen Religion überzutreten. Sein Sohn thut denselben Schritt in Breslau ,um dann daselbst katholische Theologie zu studiren.

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Von den katholischen Instituten in der Stadt Berlin hat das der barmherzigenSchwestern eine wahre Popularität erlangt. Wegen der ganz besondern Vortrefflich-keit der Krankenanstalt haben sogar die Innungen Berlins die regelmäßige Aufnahmeihrer Kranken gerade in diese Anstalt nachgesucht; was freilich wegen der noch nichtentsprechenden Ausdehnung des Instituts nicht gewährt werden konnte.

Verantwortlicher Redacteur: L. Schönchen.

Verlags-Jnhaber: F. C. Krem er.