CAfter Jahrgang.
Sonntags-Beiblatt
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zur
Augsburger Postzeitung.
2. Februar M^- A. ^851.
Dieses Blatt erscheint regelmäßig alle Sonntage. Der halbjährige Abonnementspreiskr., wofür es durch alle königl. bayer. Postämter und alle Buchhandlungen bezogen werden kann.
Päpstliches Breve an die Bischöfe der Schweiz .
„Ehrwürdiger Bruder! Wir sind seit Langem von Schmerz durchdrungen undmischen Unsere Thränen mit den Enrigen, wenn Wir gedenken, wie in der Schweiz Tag für Tag der unbefleckten Braut Christi herbere und zahlreichere Wunden geschla-gen und ein grausamer Krieg gegen Unsere hochheilige Religion in diesem Landegeführt wird. Eure Hirtentugend, der Eifer und die Sorgfalt, die Ihr inmitten sovieler Drangsale und Kümmernisse für das Heil der Euch anvertrauten Heerve an denTag leget, die Ausdauer und Standhastigkeit, mit welcher Ihr die Sache GotteSund seiner heiligen Kirche vertheidiget, hat nicht wenig dazu beigetragen, den Kum-mer Unseres Herzens zu versüßen. Wir richten daher dieses Schreiben an Euch, umdiesen großen, eines katholischen Bischofes so würdigen Hcldenmuth nach Verdienst zubeloben und Euch durch Unser Wort zu ermuntern, daß Ihr bei so vielen Gefahren,gestärkt durch den Herrn und ausgerüstet mit seiner schützenden Kraft, ausharret mitimmer erneuertem Eifer im Kampfe für die gute Sache, in der Bewahrung Eurergeliebten Heerde vor der ihr drohenden Gefahr und in der eben so festen als klugenVertheidigung der Rechte der Kirche. Ihr kennet die verschiedenen und mannigfachenFallstricke, mit welchen verkehrte und hinterlistige Menschen Geist und Herz der Ein-fältigen zu betrügen und sie zu ihren falschen Rathschlägen zu verführen suchen, ja,wie sie selbst der Katholiken zur Ausführung ihres Vorhabens, nämlich zur gänzlichenZerstörung der katholischen Kirche in Eurem Lande sich bedienen. Mahnet daherunablässig mit der ganzen Wachsamkeit, die Euch auszeichnet, die Eurer Sorgfaltanvertrauten Gläubigen, aus daß sie nicht in die ihnen von ihren Feinden gelegtenSchlingen fallen und daß sie den trügerischen Verlockungen ihr Ohr selbst dann ver-sagen, wenn sich dieselben mit einem Scheine von Frömmigkeit umgeben würden.Wecket den Muth Eures Klerus, auf daß er, inmitten der Bedrängnisse, der Müh»sale und Gefahren, seine Kraft in der Hilfe Gottes schöpfend, seinen kirchlichen Eiferohne Unterlaß mehre und denselben verwende, das christliche Volk in der wahren Lehrezu unterrichten, eS zu unerschütterlichem Festhalten an den wahren Grundsätzen un-serer Religion und der Beobachtung der katholischen Borschristen aufmuntere und ihmans Herz lege, daß je größer die Vielfältigkeit der Leiden ist, um so glänzender undzahlreicher die Kronen seyn werden, welche Denjenigen, die einen so ruhmwürdigenKampf bestehen, aufgewahrt sind.
Seyd überzeugt, daß uns, nach Unserer apostolischen Pflicht, Nichts mehr amHerzen liegt, als allen Unsern Eifer zu Eurer und der Unterstützung Eurer ehrwür-digen Brüder, der Bischöfe der Schweiz , zu verwenden und mit Unserer ganzen Kraftdahin zu wirken, um die in der Kirche Eures Landes angerichteten Verwüstungenherzustellen. Unablässig, Tag und Nacht, beten und flehen wir in der Demuth